Morgenseiten Weg des Künstlers
Lifestyle Morgenseiten/ Bullet Journal

Vorsätze-Fazit Januar 2018: Wie legt man sich gute Gewohnheiten zu?

Wie ihr aus meinem früheren Post zum Thema Produktivitätswahn und Vorsätze bereits wisst, bin auch ich nicht wirklich immun gegen die Idee, mehr in meinem Tag unterzubringen zu wollen.

Deshalb habe ich mich im Dezember letzten Jahres ausführlich damit befasst und bin dann  zu dem Entschluss gekommen, dass ich Vorsätze zwar gut finde, aber man sich selbst einen Gefallen tut, wenn man diese von der Anzahl her so gering wie möglich hält.

Mein bisher erfolgreichster Vorsatz

Ich gehöre vielleicht auch zu den Menschen, die eher positive Erfahrungen mit der Einhaltung von Vorsätzen gemacht habe.

Vor etwa 4 Jahren habe ich mir einen Vorsatz ausgedacht und ihn bis heute umgesetzt. Ich weiß gar nicht mehr so genau, woher dieser kam. Vermutlich daher, dass ich zu diesem Zeitpunkt meine Wohnung renoviert und im Rahmen dessen mir ein neues Bett zugelegt hatte. Dieses mag ich so gerne, dass ich beim Vorbeigehen am Schlafzimmer auf ein erfreuliches Bild blicken wollte. Daher erlegte ich mir zum Jahreswechsel den Vorsatz auf, jeden Morgen mein Bett zu machen.

Einfacher geht es wohl kaum. Rauchen aufgeben, Abnehmen, Sport machen – alle legen die Latte gerne mal richtig hoch, nur ich schraube sie soweit runter wie irgend möglich. Ich habe wohl den Akt des Bettmachens mittlerweile perfektioniert und brache nicht mehr als drei Handgriffe dafür. Und im Vorbeigehen ist es wirklich ein schöner Anblick.

In der Einfachheit dieser ersten erfolgreich eingebürgerten Gewohnheit liegt vielleicht auch der Grund dafür, dass ich in den letzten 4 Jahren jeden Tag mein Bett gemacht habe. Sogar wenn ich schwer krank mit Grippevirus und heftiger Mittelohrentzündung flach lag und das Bett hüten musste, habe ich einmal am Tag mein Bett gemacht. Auch wenn es nur so lange gehalten hat, bis ich mit einem neuen Liter Tee aus der Küche kam.

Morgenseiten schreiben

Meine neuen Gewohnheits-Projekte in 40 Tagen

Zu diesem Jahreswechsel habe ich mir dann etwas Neues ausgedacht. Nachdem ich ja nun artig morgens mein Bett mache, war es Zeit für ein, zwei größere neue Gewohnheiten. Angeblich dauert es 40 Tage, bis man eine neue Gewohnheit etabliert hat und sie im Alltag greift. Zwei Dinge brannten mir unter den Nägeln, die alltäglichen Einsatz erforderten: ein Buch schreiben und Morgenseiten.

Ein Buch will ich schon seit Jahren fertig schreiben. Ich sage bewusst fertig schreiben, weil ich eine nicht geringe Anzahl an begonnenen Manuskripten und Kurzgeschichten angesammelt habe, die meinen Desktop verstopfen. Und es wird im Laufe der Jahre nicht weniger, eher mehr.

Also, Butter bei die Fische, dachte ich mir, wenn ich dabei bin, mein Leben vollkommen umzustellen, dann ist dieses Thema jetzt auch dran.

Mit Morgenseiten zum Buch

Viele Wege führen nach Rom. Neben einem intensiven Kurzzeit-Schrieb-Projekt (CaFeWriMo), um genug Text zu produzieren, gibt es ja auch eine Art Meta-Ebene, auf der man seinen Prozess unterstützen sollte. Denn nicht selten verrennt man sich bei solchen Dingen gerne mal in den eigenen Ansprüchen. Deshalb hatte ich mir zum Jahreswechsel vorgenommen, mit den Morgenseiten aus „Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron zu beginnen.

Die Morgenseiten sind drei Seiten, die jeden Morgen per automatischem Schreiben gefüllt werden. Automatisches Schreiben zeichnet sich dadurch aus, dass man nicht zensiert und ohne Nachzudenken der Hand die Führung überlasst. Dabei darf man den Stift nicht absetzen. Es gibt Videos dazu auf YouTube, in denen genau das Gegenteil gemacht wird, aber die Morgenseiten sind im Gegensatz zum gewöhnlichen Tagebuchschreiben keine Dokumentation und auch keine Reflektion. Sie sind dazu da, den aktuellen emotionalen Zustand aufzuzeichen und da stört der Intellekt nur.

Morgenseiten

Man darf die Morgenseiten auch nicht lesen, zumindest nicht für einen längeren Zeitraum. Damit ich aber auch schön bei der Stange bleibe, habe ich auf eine Anzeige geantwortet, die im WOLOHO aufgegeben worden war. Es suchte jemand einen „Der Weg des Künstlers“-Buddy und ich habe mich darauf gemeldet. Und nun, 4 Wochen später, kann ich sagen: Das war eine gute Entscheidung. Denn diese Person und ich tauschen uns täglich kurz per WhatsApp darüber aus, wie es mit den Morgenseiten läuft und geben uns Tipps. Oder lesen einfach nur, wie es dem anderen geht. Diese Unterstützung hilft uns beiden.

Zuerst habe ich meine Morgenseiten immer weggeworfen, vielleicht auch, weil ich mich sehr mit dem Minimalismus-Trend beschäftige und meinen Besitz verkleinern will. Aber angeregt durch meinen „Der Weg des Künstlers“-Buddy nun kamen in den letzten Tage ein paar Seiten hinzu, in denen Ideen und Erkenntnisse stecken. Mal sehen, ob ich das in zwei Monaten verwerten kann und möchte.

Morgenseiten und CaFeWriMo

Jetzt ist diese Gewohnheit ja noch gar nicht so alt, und ich merke auch, wie ich immer noch jeden Morgen dagegen ankämpfe, die Seiten ausfallen zu lassen. Gewohnheiten zu bilden ist eben schwer, besonders, wenn sie nicht immer so angenehm sind wie das Bett zu machen. Aber die Morgenseiten haben mich darauf gebracht, mein Buch in einem Monat fertig schreiben zu wollen.

Es gibt bereits den NaNoWriMo, den National Novel Writing Month. Dazu finden sich jedes Jahr im November online Menschen zusammen, die jeden Tag soviel schreiben, dass am Ende des Monats ein Manuskript von 50.000 Wörtern entstanden ist. Das macht 1600 Wörter am Tag und ist eine ganze Menge. So viel habe ich noch nicht mal während meiner Abschlussarbeit im letzten Sommer geschafft. Aber dafür musste ich ja auch (viel zu viel) Fachliteratur lesen. Da ich nicht bis November warte, wird aus NaNoWriMo nun der CaFeWriMo (Carla`s February Writing Month) in dem ich keinen Roman, sondern ein Sachbuch schreiben will.

Letzte Woche ist es mir tatsächlich an einem Tag gelungen, 1700 Wörter zu produzieren. Danach fühlte sich mein Kopf sehr müde an, aber ich habe es unter 3h geschafft. Es ist also machbar. Da bin ich nämlich realistisch: Ziele sollten erreichbar sein. Es wäre also möglich, dass ich Ende Februar mein erstes Buch in den Händen halte. Drückt mir die Daumen, dass es klappt. Damit ginge ein langgehegter Traum in Erfüllung.

Bis nächsten Mittwoch,

 

 

 

Erfahre mehr über Dödstädning und Minimalismus in diesem Beitrag.

Kennst Du schon die KonMari-Methode?