Lifestyle | Minimalismus

Warum loslassen so schwer fällt

9. Mai 2018

Ein entrümpeltes Leben, in dem alles wie am Schnürchen läuft, wünschen sich wohl viele. Aber nicht jeder setzt den Plan auch in die Tat um. Warum loslassen so schwer fällt und dass es einen Weg gibt, dieses unangenheme Gefühl des Loslassens zu umgehen, zeige ich dir mit 3 einfachen Methoden.

Nach Marie Kondo, der japanischen Aufräum-Expertin, liegen dem sinnlosen Festhalten an Dingen zwei emotionale Zustände zugrunde: Entweder ist man in der Vergangenheit verhaftet oder man hat Angst vor der Zukunft. Ich sehe darin eigentlich keine 2 Gründe, ich sehe darin die beiden Seiten einer Medaille. Angst vor der Zukunft kann nur dazu führen, dass die Vergangenheit glorifiziert wird. Nur kommt die Vergangenheit, so schön oder schlimm sie auch war, nicht mehr zurück. Sie ist ein Konstrukt, dass sich mental abrufen lässt. Mehr nicht.

Dinge einfach loslassen

Was habe ich getan, um mich möglichst schmerzfrei von Dingen verabschieden zu können? Ich habe mehrere Methoden angewandt, um mich von Objekten leichter zu befreien.

  1. Ich habe die aussortierten Dinge in blickdichte Behältnisse getan, sodass ich sie nicht mehr sehen konnte. Dann kommt man auch nicht auf dumme Gedanken. Manche Dinge, wie meine Bücher, bin ich nur langsam losgeworden, es stapelten sich zwischendurch 3 volle Umzugskartons in meinem Wohnzimmer. Kein schöner Anblick, aber wenigsten konnte ich die Sachen nicht mehr sehen. Wenn ich dann zwischendurch eine Kiste geöffnet habe, um das ein oder andere zur Entsorgung herauszuholen, kam mir immer derselbe Gedanke: „Ach, das habe ich noch? Warum habe ich mich eigentlich nicht früher davon getrennt?“ Die Zwischenlagerung in den Kisten hat also ihren Zweck erfüllt und den Abschied hinausgezögert, sodass die Verlustangst sich langsam abbauen konnte. Bei krankhaften Messies funktioniert das natürlich nicht. Aber bei Normalaufräumern schon.
  2. Sich genügend Zeit einzuräumen ist sehr wichtig. Wenn man so radikal wie ich vorgeht und innerhalb weniger Wochen quasi in Vollzeit seine Wohnung leer räumt, dann sind Pausen wichtig, um die Batterie wieder aufzuladen. So viele Entscheidungen jeden Tag zu treffen ist nämlich sehr erschöpfend. Gleichzeitig ist es aber so, dass eine Verknappung der Zeit genau das sein kann, was den Entscheidungsprozess beschleunigt. Aussuchen kann sich das wohl kaum, der Aufräumprozess sollte an die jeweiligen Lebensumstände angepasst werden. Deshalb ist es kaum möglich, sich exakt an die KonMari-Methode zu halten, denn diese empfiehlt, alles in einem Durchgang zu kategorisieren und auszusortieren. Bei Vollzeit-Job und Familienleben eher unwahrscheinlich, dass dies gelingt.
  3. Ich fand es schwierig, während meines Aussortier-Prozesses Dinge zu kaufen. Sei es der alltägliche Einkauf oder Anschaffungen, die dringend erledigt werden mussten. Mein Gehirn konnte immer nur eins: entweder aussortieren oder hinzufügen. Beiden gleichzeitig sorgte für Verwirrung. Für das Aussortieren ist es also besser, bewusst Freiräume zu schaffen, in denen es nichts zu kaufen gibt, außer Lebensmittel.

Was steht bei dir als nächstes auf der Aussortier-Liste? Schreib es in die Kommentare 🙂

Bis nächsten Mittwoch,

 

 

 

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  1. Danke für die tollen Tipps. Dein Beitrag kommt genau richtig. Ich lese gerade zum zweiten Mal Magic Cleaning, beim ersten Mal war ich schwanger und es hatte irgendwie keinen wirklichen Effekt 😉 Jetzt will ich mich morgen meinem Kleiderschrank widmen.

    Liebe Grüße, Diana

    1. Liebe Diana, dann ganz viel Erfolg. Ich habe selbst auch 2 Anläufe gebraucht, um die KonMari-Methode richtig anwenden zu können. Ich drücke Dir die Daumen und wünsche dir ganz viel Freude bei der Neugestaltung 🙂 Liebe Grüße, Carla

  2. das sind echt super Tipps! ich für meinen Teil sortiere, bzw. miste ttoal gerne aus – ich werde so gerne Dinge los! zumindestens meine ich das … was mir nämlich doch schwerfällt, wenn ich dann schonmal aussortiert habe, ist das Zeug wirklich zu entsorgen … man kann ja nicht alles im Haushaltsmüll loswerden 😉

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina

    1. Liebe Tina, mit diesem Problem bin ich sehr gut vertraut. Ein ganzes Kapitel wird in meinem Buch dem Entsorgen gewidmet werden. Gerade in Deutschland gelten teilweise merkwürdige Bestimmungen. Liebe Grüße, Carla

  3. Liebe Carla

    Ich habe im Dezember und Januar viel ausgemistet (Büro und Kleiderschrank) und es war so befreiend!

    So konnte ich im neuen Jahr wieder so richtig durchstarten! ;oD

    Danke Dir für Deinen tollen Bericht, habe ich sehr gerne gelesen!

    Hab einen schönen Tag!

    xoxo
    Jacqueline

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