Botanischer Garten | Garten- und Balkonpflanzen

Meine Gartenwoche: Ein grüner Rückblick

13. Mai 2018

Zum Feiertag gibt es einen außerordentlichen Post. Diese Woche war viel los. Ich war im Botanischen Garten und habe mich weiter mit meiner Balkongartengestaltung beschäftigt. Außerdem habe ich versucht, eine Meise zu retten. Lies nach, ob ich erfolgreich dabei gewesen bin.

Kakao hinter Gittern

Am Montag Mittag entscheid ich mich dafür, die Sonne zu genießen und machte mich dazu auf, mal im Botanischen Garten Berlin nachzusehen, was gerade alles so grünt und blüht. Und vielleicht sogar, um ein wenig Inspiration mitzunehmen.

Und es hat sich gelohnt. Im prallen Sonnenschein wanderte ich den Frühlingspfad entlang, wo sich Iris, Blauregen und Peonien aneinander reihten.

 

Und Farne natürlich im Schattenbereich. Darunter der prachtvolle Königsfarn und ein paar mannshohe Tüpfelfarns-Exemplare.

Ein besonderes Erlebnis ist der in voller Blüte stehende Flieder. Ich sollte unbedingt etwas Duftendes auf meinem Balkon haben…

Auch die pinkfarbigen Azaleen sind ein echter Hingucker.

In den Gewächshäusern gibt es ja nicht so viel Abwechslung, dafür war zur Abwechslung mal ganz wenig los. Um nicht zu sagen erschreckend wenig. Als ich in eines der kleineren Häuser ging, umgab mich plötzlich eine ungewohnte und unangenehme Stille. Kein Vogel sang, keine Grille zirpte. Ist das nicht der Stoff, aus dem Horrofilme gemacht sind? Nur dichtes Dunkelgrün und weit und breit keine Menschenseele. Ich habe mich kurz gestresst gefühlt. Natur kann eben nur in domestizierter Form entspannend sein. Urwald hingegen wird schnell mal gruselig.

Der Kakaobaum, den ich ja so gerne selbst hätte, machte aber allen Stress wieder wett. Und weil wir ja hier in Berlin sind und man nichts unabgeschlossen herumliegen lassen darf, wurde die einzige Kakaoschote mit einem Gitter versehen zum Schutz vor Kakao-Langfingern.

 

Dienstag und Mittwoch habe ich weiter an meinem Buch über Minimalismus gearbeitet und mich damit belohnt, abends noch schnell beim Pflanzenhändler vorbei zu schauen, um meinen nächsten Kasten zu bespielen. Zuvor hatte ich allerdings noch bei einem Online-Pflanzenversand eine Bestellung aufgegeben. Manche schönen Gräser und Farne bekommt man eben nur, wenn man sie ordert und bereit ist, anschließend 3 Wochen zu warten. Aber es sollte sich lohnen. Eine Morgenstern-Segge und eine Japanischer Silberfarn sollten meinem Mikrostadtgarten einen unnachahmlichen Look verpassen. Wenn schon klein, dann bitte aber oh lala.

Stolz nahm ich eine wohlduftende Zitronenmelisse, ein zartes Frauenmäntelchen, eine Fuchsia und zwei Carex-Gräser sowie einen kleinen Busch mit. Am Donnerstag morgen nutzte ich den freien Tag, um alles einzupflanzen und meine neuen Kästen anzubringen. Jetzt genieße ich den Ausblick vom Sofa auf bunte Gräser-Wipfel oder auf meine mittlerweile knallpinkfarbige Hortensie. Dazwischen habe ich Bienenfutter gepflanzt: Schnittlauch, Sonnenblumen, Lein und was ich noch so gefunden habe. Auch meine wilden Veilchen wachsen gerade von Tag zu Tag und bald sollte ich mich über violett-gelbe Blüten freuen dürfen.

Die weiße Hortensie musste ich allerdings umhängen. Mein bis dahin als Schattenstandort klassifizierter Balkon entpuppte sich als doch gar nicht so schattig. Die Mai-Sonne hatte diese Woche schon ordentlich Kraft und hat meiner weißen Hortensie doch glatt ein paar braune Ränder verpasst. Und das trotz täglichen Gießens. Eine schöne Bescherung, Danke Klimawandel, denn auch ich bin nicht unverbrannt weggekommen. Am Übergang vom Hals zur Brust hatte ich mir einen Sonnenbrand eingefangen.

Misslungene Meisen-Rettung

Am Freitag dann brauchte ich dringend Nachschub für meine Kästen. Sowohl Granulat als auch Erde waren aufgebraucht, und das Wochenende stand bevor. Meine Zimmerpflanzen, die ich teilweise wegen Spinnmilben behandle, sollten auch neues Substrat bekommen und der vorerst letzte Kasten brauchte noch Erde. Also machte ich mich auf in den Baumarkt, um dort eine Überraschung zu erleben.

Es ist die Stunde der Gartenvögel, einer Mitmachaktion des NABU. Gartenbesitzer sind dazu aufgerufen, Zählungen vorzunehmen. Auch wenn diese Aktion schon rum ist, kannst Du an zukünftigen Aktionen teilnehmen und dabei helfen, unsere Wildtiere zu zählen.

Mehr dazu findest Du hier.

Da ich auf meinen 2 Quadratmetern Stadtbalkon keine Vögel zu verzeichnen habe, habe ich mich von der Teilnahme ausgenommen. Jedoch ist es auffällig, dass die kleine Meise, die mich vor Jahren noch sporadisch besucht hat, seit 2 Jahren nicht mehr vorbei kommt. Krähen und Elstern hingegen findet man in der Stadt in Hülle und Fülle. Leider, möchte ich fast sagen.

Nachdem ich mir meine Granulat-Packung unter den Arm geklemmt hatte, bemerkte beim Runterfahren auf der Rolltreppe, dass eine kleine Meise sich in den riesigen Laden verirrt hatte. Was muss einen Wildvogel dazu bewegen, einen großen, lauten Baumarkt aufzusuchen? Ich folgte der Meise mit etwas Abstand, vielleicht könnte ich sie ja mit meiner Jacke fangen. Hat bei einer Taube in Not, die sich in einen Bio-Laden verirrt hatte, schon mal funktioniert. Vielleicht war mir mein Vogelfängerglück ja auch diesmal hold.

Als die Meise sich in eine für mich günstige Ecke bewegte, legte ich Tasche und Granulat ab und bewegte mich, die Jacke langsam über die Schultern gleitend, auf sie zu. Leider hatte sie sich zwischen Regale begeben, was es etwas umständlich machte. Meine ersten beiden Versuche misslangen. Obwohl ich nah an die Meise herangetreten war. Dabei fiel mir auf, wie dünn und zersaust sie aussah. Da hatte wohl jemand bisher kein Glück mit der Futtersuche gehabt. Ist ja auch kein Wunder, wenn man mit riesigen Krähen, kecken Elstern und Aggro-Spatzen um dieselben Futterquellen konkurriert. Da bleiben die selteneren Wildvögel leider auf der Strecke.

Mein dritter Fangversuch ging so richtig daneben, die Meise flog weg, womöglich hinter die Rolltreppe, sehen konnte ich sie nicht mehr. Es bleib mir nichts anders übrig, als jemandem vom Baumarkt Bescheid zu sagen.

Meise? Meise.

Ich stehe also an der Information und die mittelalte, rothaarige Mitarbeitern fragt mich nach meinem Anliegen. Der Dialog hätte bauernstadlähnlicher nicht ablaufen können.

Ich: „Sie haben eine Meise im Laden.“

Mitarbeiterin: „Bitte was?“

Ich: „Eine Meise, einen Wildvogel.“

Mitarbeiterin: „Und was wollen Sie jetzt?“

Ich: „Ich wollte Ihnen nur Bescheid sagen, der sieht schon etwas zerfleddert aus. Der ist da hinten an der Rolltreppe.“ Sie schaut mich sehr irritiert an.

Mitarbeiterin: „Aha. Ich gebe das mal weiter. Wiedersehen.“

Ganz klar keine Gartenbesitzerin, keine Naturfreundin und auch keine Wildvogel-Enthusiastin. Und auch keine weitblickende Mitarbeiterin, denn einen verwesenden Vogel möchte wohl kein Kunde zwischen den Baumaterialien finden. Kann man nichts machen, außer drüber bloggen. Und vielleicht noch Bauhaus eine Mail schicken… Ich befürchte, dass der Vogel unentdeckt bleibt und eingehen wird. Shame on you, Bauhaus-Baumarktkette.

Das war meine Gartenwoche, meine nächster Beitrag erscheint wie immer kommenden Mittwoch,

 

 

 

Ist dein Balkongarten schon sommertauglich? Lade dir hier meine 7-Punkte-Check herunter:

7-Punkte-Balkon-Checkliste.pdf (6 Downloads)

 

  1. Hoffentlich ist die Meise wieder von selbst da rausgekommen. Sowas passiert andauernd, oft kommen sie über ein Fenster rein und dann nicht mehr raus.
    Immerhin hast du deinen Balkon noch schöner jetzt.
    VG
    Elke

    1. Hallo liebe Elke, ich denke, die Meise ist durch den Haupteingang herein gekommen. Der ist recht groß und als ich sie sah, hüpfte sie gerade unter der Eintritts-Schrank hindurch. Einfach traurig. Liebe Grüße, Carla

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