Warum wir Ziele nicht erreichen
Minimalismus Morgenseiten/ Bullet Journal

Vorsätze-Fazit Juni: Warum wir Ziele nicht erreichen

Jeder kennt das: Man nimmt sich etwas vor, sei es um den Jahreswechsel herum als Vorsatz oder an einem anderem symbolischen Datum, wie dem Geburtstag.  Dann fängt man an, hier und da etwas in Richtung dieses Ziels zu unternehmen, dümpelt vor sich hin und irgendwann kommt der Alltag dazwischen und das war es dann – ist einmal der Fokus abgeschweift, dauert es nur noch kurze Zeit, bis man aufgibt. Oder noch schlimmer: Man fängt gar nicht erst mit der Umsetzung an. Und dann ist wieder ein Jahr um und man fragt sich zurecht: Warum habe ich dieses Ziel nicht erreicht?

So ähnlich verhielt es sich bei mir in diesem Monat mit meinem Ziel, meine Wohnung vollständig zu entrümpeln. Nachdem Ende Mai endlich, nach 2 Monaten mürben Wartens, der Sperrmüll kam und eine nicht unbedeutende Menge an Mobiliar und Brettern mitnahm, genoss ich zunächst den Freiraum. Und wenn ich ehrlich bin, genieße ich ihn immer noch. So viel Platz, so viel Flexibilität.

Hier geht es zum Monats-Fazit Mai: Loslassen und neue Gewohnheiten

Ich habe, wie es mir seit Silvester vorgenommen hatte, jeden Morgen meine Morgenseiten geschrieben. Ich habe auch weiter Inhalte für mein Buch verfasst. Ich habe mir sogar eine Hose genäht und jeden Abend die Küche aufgeräumt, was ja nun sehr einfach ist, bei so wenig Dingen, die ich noch besitze. Aber auf den letzten Metern habe ich mich wohl schon zu sehr in Sicherheit gewöhnt und deshalb stehen hier immer noch die beiden Umzugskartons herum, die ich eigentlich zu 30.6.2018 entsorgt haben wollte. Was war passiert?

Disziplin und Motivation für Langzeitziele

Ich glaube, es hat herzlich wenig mit Disziplin oder Motivation zu tun, dass ich mein Ziel aus den Augen verloren hatte. Ich glaube, dass der Grund, weshalb Ziele nicht erreicht werden, auch keine Charakterschwäche ist. Ich glaube, dass es genau 2 Gründe gibt, weshalb Ziele nicht erreicht werden: 1. weil du zu viele Ziele hast oder 2. weil die Ziele nicht mit der eigenen Überzeugung übereinstimmen und es so zu einem Konflikt kommt. Da man diesen Konflikt nicht lange aushält, gibt man halt nach und sabotiert sich lieber.

Nehmen wir einmal an, du möchtest mit dem Rauchen aufhören. Dann ist das Ziel, nicht mehr zu rauchen und die Freiheit von der Zigarette, und nicht solche billigen Ersatz-Ziele wie „Dann habe ich viel mehr Geld und kann mir XY kaufen“. Du hast vorher eine Menge Geld in das Rauchen investiert und es schien dir die Sache wert zu sein. Ich finde es unmöglich, wenn ehemalige Raucher ihre Gewohnheit im Nachhinein so abwerten, denn aus meiner Sicht werten sie sich selbst und ihre Entwicklung damit ab. Das Rauchen hat in der Vergangenheit einen Zweck erfüllt. Wenn du der inneren Überzeugung bist, dass dieser Zweck nun hinreichend erfüllt ist, kannst du auch mit dem Rauchen aufhören. Mehr Geld für XY kannst du auch anders beschaffen.

Ersatz-Ziele sind nicht die Lösung. Sie verstellen den Blick auf das eigentliche Ziel.

Was ist also die Lösung für dieses Dilemma?

Kuratiere deine Ziele

Was meine ich, wenn ich von Ziel-Kuration spreche? Ich meine damit, dass man sich seine Ziele wirklich sehr gut aussuchen und sie vor allem limitieren sollte. Eine Art Ziel-Minimalismus. Wenn ich mir kein Limit setze, dann kann ich locker 100 Dinge aufzählen, die ich gerne erreichen möchte. Nur eignet sich nicht jedes dieser Dinge als Ziel, weil ich von manchen vielleicht doch nicht ganz überzeugt bin oder nicht ganz davon überzeugt bin, dass ich es schaffen könnte, diese Ziele zu erreichen. Es gilt, diesen Konflikt zu lösen, damit der Weg frei wird.

So erreichst du deine Ziele

Du brauchst folgende Materialien, um deine Ziele zu kuratieren:

  • Klebezettel
  • Stift
  • eine freie Unterlage

Und so geht`s:

  1. Schreibe alle Dinge, die du gerne erreichen würdest auf die Zettel, wobei du pro Ziel einen Zettel nimmst. Zensiere dich nicht. Alles ist erlaubt, auch Dinge, die dir vielleicht noch unerreichbar erscheinen. Lass dir Zeit und schreibe wirklich solange, bis dir gar nichts mehr einfällt. Jedes noch so kleine, unbedeutende Ziel soll berücksichtigt werden. Du kannst dir auch ein paar Tage Zeit nehmen und die Morgenseiten dazu nutzen, um über deine Ziele nachzudenken. Ich habe sie genutzt, um herauszufinden, dass es mein Ziel ist, ein Buch zu schreiben.
  2. Wenn du damit fertig bist, schau dir mal genau an, ob du ein Muster erkennen kannst. Gibt es bestimmte Themen, die immer wieder in anderer Form auftauchen? Sortiere deine Zettel dementsprechend. Gibt es jetzt schon Ziele, die doppelt auftauchen, sodass du den ein oder anderen Zettel loswerden kannst?
  3. Falls nicht, ist das gar nicht schlimm. Wähle nun von diesen Zielen die 10 wichtigsten aus. Falls du weniger als 10 hast: Glückwunsch. Falls du mehr als 10 hast, überlege dir gut, welche 10 Ziele du umsetzen möchtest.
  4. Anschließend nummerierst du die Zettel durch von 1-10. Jetzt kommt`s drauf an: Du bildest aus den 10 Zetteln 5 Paare. Bei jedem Paar musst du dich für eines der beiden Ziele entscheiden. Das andere fällt weg. Diesen Schritt wiederholst du mit den übrigen 5 Zetteln so lange, bis du nur noch 2-3 Ziele übrig ist.
  5. 2-3 Ziele sollten erreichbar sein. Es geht hier aber nicht nur darum, die Menge zu beschränken. Es geht vor allem darum, dass du dich für einige wenige Ziele entscheidest, sodass du dich auf diese wenigen Ziele fokussieren kannst.

Wenn du dich selbst dazu bringen kannst, dich für 2-3 Ziele aus all deinen potenziellen Zielen zu entscheiden, ist die Motivation dafür ein Kinderspiel.

Ich habe so meine 3 wichtigsten Ziele herausgefunden. Da dieses sehr persönlich sind, schreibe ich sie hier nicht auf. Aber ich blicke nun mit sehr viel mehr Klarheit den kommenden 2 Monaten entgegen.

Viel Spaß beim Kuratieren deiner Ziele und bis nächsten Mittwoch,

 

 

 

Erfahre in diesem Artikel, wie man sich gute Gewohnheiten zulegt.

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