Lifestyle | Minimalismus

KonMari mein Stofflager – mit Quiz!

25. Juli 2018
Jeans Detailaufnahme

Minimalismus kennt viele Spielarten. Eine davon ist die aus Japan stammende KonMari Methode, über die ich schon öfters berichtet habe. In diesem Artikel geht es darum, wie ich Konmari für Stoffe angewendet habe und mir mit der KonMari-Falttechnik ein letzter Schritt zu einem schlanken Stofflager geglückt ist.

Viele steigen mit der KonMari-Methode ins Thema Minimalismus ein, stellt die Methode doch eine recht moderate Form zwischen Minimalismus und Organisation dar und kommt sehr viel weniger radikal rüber als etwa das #minsgame. Das war auch bei mir so.

Vor etwa 3 Jahren habe ich mir akutes Stoffkaufverbot auferlegt. Warum? Weil mein Stofflager bis dahin in einen kleinen Kleiderschrank gepasst hat – das war einfach zu viel. Dieser kleine Kleiderschrank wurde umfunktioniert und steht nun in der Küche, wo er viel besser hinpasst. Mal ganz abgesehen davon, dass ich mich seit meiner Renovierung (begonnen Mitte 2014) von einigen Stoffen, Stoffresten, Probeteilen und halbfertigen Stücken getrennt habe und kein ganzes Möbel mehr voller Stoffe haben möchte. Was für eine Platzverschwendung, wenn ich doch höchstens mal am Wochenende die Muße zum Nähen finde. Mein großes Ziel ist es, alles, was mit Nähen zu tun hat, an einem Ort zu haben. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Noch nehmen Nähzutaten wie Reißverschlüsse, Garne und Einlage, aber auch meine Schnittmaterialien einigen Raum ein. Aber ich bleibe optimistisch.

Eine wichtige Etappe auf diesem Weg ist mir allerdings nun gelungen: Ich habe KonMari für Stoffe angewendet und meine Stoffe nicht nur endgültig aussortiert, sondern vor allem Dank der ausgeklügelten Falttechnik endlich in den Griff bekommen.

KonMari für Stoffe Vorher/Nacher

So sah mein Stofflager vorher aus:

So sieht mein Stofflager jetzt aus:

Aussortiert habe ich lediglich 2 größere Stücke, die ich meinem Lieblingslabel SchmidtTakahashi spenden werde. 3 kleinere Stücke, die auch leider nicht mehr als Probestücke taugten, mussten leider gehen. In meinem Kopf das entsetzte Gesicht meiner Werkstattleiterin an der Kunsthochschule: „Aber nein, das könne Sie doch noch prima für Nähproben verwenden, heben Sie das bloß auf.“ Möchte ich aber gar nicht. Ich möchte gar nichts mehr aufheben, was mir nicht dient. Ich habe jahrzehntelang Zeug von Wohnung zu Wohnung getragen. Damit muss Schluss sein.

Wenn ich in Zukunft ein Nähprojekt beginne, dann möchte ich nicht erst Stunden in den Tiefen eines chaotischen Kartons wühlen, um dann ein völlig zerknittertes Stück Nessel herauszuziehen, dass ich erst noch bügeln muss oder vielleicht schon andere Markierungen hat und mich durcheinander bringt. Außerdem fallen eh immer Reste an, und diese als Gelegenheitsnäherin zu verwerten, ist bei meinem minimalen Workload gar nicht zu schaffen. Es sammelten sich mehrere Kartons an, in denen ich nach Manier der Werkstattleiterin also für meinen Zweck unbrauchbare Stücke gesammelt hatte. Kopfschüttelnd sortierte ich sie aus.

Wie habe ich KonMari für Stoffe angewendet?

Wer die Methode kennt, der weiß: Beim Falten wird alles zu einem Rechteck zusammen gelegt. Darin besteht eigentlich das Geheimnis. Am Ende muss dieses Rechteck, egal ob T-Shirt, Handtuch oder Regenmantel, eigenständig auf der schmalen Seite stehen können. Das funktioniert auch mit Stoffen.

Zuerst musste ich mich jedoch von einer geringen Anzahl Stoffen trennen. Das ging recht fix: Alles, was mir farblich nicht steht oder mir ein flaues Gefühl in der Magengegend bereitet, konnte gehen.

Dann habe ich die Stoffe anders gefaltet als gewöhnlich. Normalerweise würde man Stoffe so falten, dass die Webkante, also die feste Kante, an der der Schussfaden die Richtung wechselt, zusammen gelegt wird. Dadurch wird der Stoff der Länge nach im sogenannten Bruch halbiert. Danach legt man jeweils immer der Länge solange zusammen, bis eine handhabbare Größe erreicht ist und stapelt das Ganze horizontal aufeinander.

Bei der KonMari-Methode wird davon ausgegangen, dass man die gefalteten Gegenstände in einer Schublade oder einem Korb/Karton/etc. unterbringt. Deshalb werden die Gegenstände vertikal aneinander gereiht. Wenn man die Schublade öffnet, hat man sofort alles im Blick und muss nicht erst Dinge unter Dingen suchen.

Ein Rechteck ist ein Rechteck ist ein Rechteck

Dafür wird alles, was die Rechteck-Form stört, nach innen gelegt. An diesem Prinzip habe ich mich orientiert. Ich habe die Stoffe der Breite nach gefaltet, sodass die Schnittkante, die ja schnell ausfranst, innen liegt. Das habe ich bei großen Stücken 2 Mal getan, bei kleinen Stücke genügte 1 Mal. Heraus kam ein meist recht langes, schmales Rechteck, ähnlich wie eine Hose, die man nach KonMari faltet. Dieses Rechteck habe ich solange gefaltet, bis ich die klassische Drittelfaltung zum Schluss hinbekommen habe, sodass die meisten Stücke auf der schmalen Seite von alleine stehen können. Bei sehr feinen Stoffen ging das nicht, auch KonMari hat ihre Grenzen. Da hilft nur Einrollen.

Mein Karton war etwas zu klein (oder mein Lager immer noch zu groß, je nach Perspektive), um es genauso zu machen. Dazu werde ich entweder etwas vernähen oder etwas entsorgen müssen. Ich bin für beides offen, noch habe ich keinen Termin bei SchmidtTakahashi. Übergangsweise reicht es mir aber, einen temporären Kompromiss einzugehen und die größeren Stücke hochkant hinzustellen.

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Ich habe sogar die beiden Kleider, die mir als Muster dienen werden, unterbringen können. Und das fludderige Stück Futter. Das Beste aber ist, dass ich mit einem Blick sofort alle meine textilen Lieblinge sehe. Wenn ich die Schranktür jetzt öffne, fällt mein Blick auf eine beruhigend geordnete Kiste voller textiler Möglichkeiten.

Wo konntest Du bisher die KonMari-Methode anwenden? Schreib`s in die Kommentare!

Viel Spaß beim Organisieren und bis nächsten Mittwoch,

 

 

 

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