Lifestyle | Morgenseiten/ Bullet Journal

Wie tägliches Schreiben Dein Leben verändert – mit Anleitung + Quiz

29. August 2018
Morgenseiten schreiben

Wenn du öfters meine Beiträge liest, weißt du sicherlich, dass ich mir für das Jahr 2018 einen ganz besonderen Vorsatz vorgenommen habe: Ich möchte ein Jahr lang jeden Tag Morgenseiten nach Julia Cameron schreiben. Was sich seitdem bei mir alles verändert hat, kannst du unter der Rubrik „Morgenseiten“ nachlesen. Warum und ob die Morgenseiten für dich die richtige Methode darstellen, ist Thema dieses Artikel. Unter dem Beitrag findest Du ein Quiz und den Download für die Anleitung.

Ich benutze kein Tagebuch im klassischen Sinn. Meine Tagebücher sind streng zweckbezogen und werden dazu verwendet, meine Alltag zu organisieren. Bei den vielen unterschiedlichen Ideen und Tätigkeiten, denen ich nachgehe, ist das dringend nötig.

Gerade während meines Aufräum- und Minimalismus-Prozesses haben die Morgenseiten eine tragende Rolle gespielt. Nicht nur, dass ich dort angefangen habe, mich mit dem Thema zu befassen, ich habe auch Dinge und Muster analysiert und konnte mich so leicht von ihnen trennen. Wenn du also gerade dabei bist, dein Leben neu zu ordnen, probiere es doch mithilfe der Morgenseiten.

Morgenroutine erstellen

Zunächst einmal eignet sich die Morgenseiten-Methode dazu, den Tag gleich morgens zu strukturieren. Nicht nur, dass du etwas Sinnvolles mit deiner Zeit angefangen hast, du hast beim Schreiben vielleicht sogar schon das ein oder andere Problem gelöst. Denn genau dafür sind die Morgenseiten da. Sie sind kein Tagebuch oder Bullet Journal. Sie wurden entwickelt, um Probleme zu lösen.

Was ist der Unterschied zwischen Morgenseiten- und  Tagebuchschreiben?

Ich habe bisher etwa 7 Methoden ausprobiert, wenn es um regelmäßiges Schreiben ging, und keine hatte eine so profunde Wirkung, wie die Morgenseiten.

1. Tagebuch

Das klassische Tagebuch ist als eine Art Dokumentation und Ort der Selbstreflektion geeignet. Dort hälst du schriftlich fest, an was du dich erinnern möchtest. Viele berühmte Persönlichkeiten haben Tagebuch geschrieben. Darunter auch Königin Victoria I. Vom alltägliche Klatsch bis hin zu Staatsangelegenheiten fand jede Regung Eingang in ihr Tagebuch. Vieles wurde nach ihrem Tod zerstört oder noch schlimmer von ihrer Tochter Beatrice editiert. Schon im Teenageralter dokumentierte Victoria ihre Erlebnisse. Und was gut genug für eine englische Königin ist, kann doch nur hilfreich genug für dich sein.

2. Traumtagebuch

Ein Traumtagebuch habe ich genau 2 Mal in meinem Leben geführt. Ein Mal als Teenager, als ich über Wochen hinweg unter Alpträumen litt und sich keine Erklärung dafür fand. Und ein 2. Mal, als ich vor ein paar Jahren eine Phase hatte, in der ich sehr intensive Träume hatte, die teilweise urkomisch oder fast schon wegweisend waren. Natürlich nur für mich, aber Träume sind ja auch sehr individuell. Ich habe sie einfach für mich als Spaß aufgezeichnet und später noch einmal gelesen.

3. Projektschreibbücher/Skizzenbücher

Meine Notizbücher, in denen ich meine Ideen festhalte, begleiten mich seit meiner Teenagerzeit. Also, die Gewohnheit, nicht die Bücher selbst. Ich habe ständig Ideen, und muss diese einfach aufzeichnen. Nicht, damit die Ideen verloren gehen. Ideen an sich sind nichts wert, also ist ihr Verlust nicht weiter tragisch. Aber damit neue Ideen ständig nachkommen.

4. Bullet Journal

Mein Bullet Journal hat eine wahre Transformation erlebt. Vom reich verzierten, mit ausgiebigen Trackern versehenen dicken Notizbuch hin zu einem schlanken Ringbuch mit nur den allernötigsten Terminen.

5. Buch der schönen Momente/ Happiness Journal

Das Buch der schönen Momente oder Happiness Journal, ist ein kleines pinkfarbenes Büchlein, das auf meinem Nachttisch liegt und immer dann einen Eintrag bekommt, wenn mich etwas besonders glücklich gemacht hat. Der erste Eintrag stammt vom 17. März 2017 und bisher ist das Buch gerade mal zu einem Drittel gefüllt. An meinem Glück kann ich also noch sehr intensiv arbeiten. Aber wenn ich mich aufheitern möchte, dann schlage ich einfach eine Seite auf und lese dort nach, was mir schon alles Gutes widerfahren ist.

 

6. Abendseiten /Skripten

Ich skripte nicht regelmäßig. Aber manchmal habe ich einen guten Einfall, den ich festhalten will. Wie die Morgenseiten auch, so entwirft man mithilfe der Abendseiten Ideen für die Lebensgestaltung. Nur mit dem Unterscheid, dass man sie nicht automatisch schreibt, aber dazu später mehr. Wenn du etwas für die perfekte Abendroutine suchst, dann ist das Skripten genau das Richtige für dich.

7. Morgenseiten

Damit wären wir wieder bei meiner Lieblingsmethode, den Morgenseiten angelangt. Die Morgenseiten werden jeden Morgen über einen bestimmten Zeitraum automatisch geschrieben. Die Länge beträgt 3 Seiten. Der Stift darf nicht abgesetzt werden. Das ist es, was das automatische Schreiben auszeichnet: Selbst wenn man keinen klaren Gedanken fassen kann, darf man nicht aufhören zu schreiben. Wenn wirklich gar nichts kommt, schreibt man einfach so lange lllllll, bis sich ein neuer Gedanke einstellt. Dadurch werden Blockaden und hinderliche Denkmuster durchbrochen. Ursprünglich für Künstler entwickelt, lassen sich die Morgenseiten auf viele andere Problemstellungen anwenden. Man soll die Morgenseiten nicht lesen, man muss sie noch nicht einmal aufbewahren. Ich bewahre meine nur auf, wenn ich dort etwas verfasst habe, was ich an anderer Stelle nutzen kann.

Die hier vorgestellten Methoden lassen sich gut in zwei Kategorien unterteilen: rational und irrational. Während die Methoden 1-5 eher rational ausgelegt sind (sie dokumentieren, analysieren oder reflektieren), sind die Morgen- und Abendseiten der Phantasie vorbehalten. Dort gibt es keine Zensur oder Kritik, alles ist möglich.

Kommen wir nun zu den Dingen, die man braucht und vor allem zu den Dingen, die schief gehen können mit der Morgenseiten-Methode.

Dos and Dont`s der Morgenseiten

Unbedingt tun:

  • einen ruhigen Ort suchen, an dem man für etwa 20 Minuten ungestört schreiben kann
  • 3 Blätter oder mehr und einen Stift bereit halten
  • vorher etwas trinken

Unbedingt unterlassen:

  • Morgenseiten abends schreiben
  • eine Tasse Kaffee daneben stellen
  • Denk- oder Schreibpausen einlegen (Anzeichen für Blockade)
  • den Stift absetzen
  • sich unterbrechen lassen
  • allzu klare Gedanken fassen oder versuchen, Gedanken auszuformulieren (= Zensur)

 

Die Listen sind unterschiedlich lang. Wie du siehst, ist die Morgenseiten-Methode eigentlich sehr einfach, aber nur, wenn sie auch korrekt praktiziert wird, entfaltet sie ihre volle Wirkung. Pausen machen, den Stift absetzen oder dergleichen, sind ein Anzeichen einer Blockade.

Wenn du dir immer noch unsicher bist, ob die Morgenseiten die richtige Methode für sich ist, kannst du dieses Quiz hier machen:

Wenn du die Morgenseiten ausprobieren möchtest, kannst du dir hier meine Anleitung herunterladen.

Anleitung Morgenseiten

Ich wünsche dir viel Erfolg und bis nächsten Mittwoch,

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