Mein Balkongarten-Projekt

#mehrrealitätaufinstagram + Hogwarts-Garten-Quiz

19. September 2018
Hortensien Blau Collage

Mit dem Hashtag #mehrrealitätaufinstagram zeigen sich insta-User ungeschminkt und unbearbeitet. Eine schöne Geste. Aber ist sie wirklich notwendig? Ist Instagram nicht genau das Medium, das zum Träumen verleiten soll und ein Abschalten von der Realität ermöglicht?

Ich brauche nicht noch mehr Realität, aber wovon ich gerne noch mehr hätte, sind richtig gute Geschichten. Deshalb wird es von mir auch kein ungeschminktes Selfie geben. Mal ganz abgesehen davon, dass es eh kaum Selfies von mir gibt. Ich könnte sie vermutlich an einer Hand abzählen. Ich möchte aber auch zu #mehrrealität beitragen, nur halt in Form einer guten Geschichte. Deshalb gibt es von mir einen eher untypischen Beitrag. Kein Foto, sondern einen ganzen Artikel.

Ich gebe zu, ich werde etwas grün vor Neid, wenn ich sehe, was meine Gartenblogger-Kollegen so täglich an Erntegut posten: Kiloweise bunte Tomaten, Zucchini, Gurken, Melonen und Beeren. Da werde ich mit meinen mickrigen 2 Quadratmetern Balkon natürlich niemals hinkommen. Ich werde schon einen Freudentanz aufführen, wenn ich es schaffe, die Saatgut-Kits, die ich von Karo zum Geburtstag bekommen habe, in essbares Gemüse umwandeln kann. Ich hatte dieses Jahr auch wirklich Pech. Zuerst die Spinnmilben, dann Wurzelfäule und schon war meine Wohnung noch leerer als ich sie durch mein Minimalismus-Experiment jemals hätte räumen können. Sogar meine Begonien haben die Milben nicht überlebt.

Ich gebe mir ja immer große Mühe, schöne Bilder zu produzieren und einen eigenen Stil zu entwickeln, den es in der Gartenblogger-Szene so noch nicht gibt. Ich bemühe mich auch darum, gute Geschichten zu erzählen. Dazu gehört nun mal auch, dass man Details weglässt und nur das zeigt, was zur Geschichte beiträgt. Und dass ich ein paar Anläufe brauche, um ein Foto zu produzieren, das ich auf Instagram zeigen möchte, versteht sich wohl von selbst. Faun & Farn lebt zu einem gewissen Teil vom Geheimnis, wie der Name es ja auch schon suggeriert. So habe ich beispielweise mal auf einen kritischen Kommentar einer Insta-Userin nicht reagiert, weil ich dann mein „Betriebsgeheimnis“ hätte preisgeben müssen. Ich empfand ihre Kritik als Eingriff in mein kreatives Schaffen und auch etwas anmaßend, deshalb ließ ich es unkommentiert.

Meine Bilder sind keine spontanen Schnappschüsse. Sie brauchen etwas Arbeit und vor allem Nachbearbeitung. Weil das so viel Arbeit ist, entstehen meine Bilder manchmal monatelang im Voraus mit der Batching-Methode, die ich dir in einem anderen Beitrag erkläre. Ohne diesen Aufwand wäre es nicht möglich, die Geschichte von Faun & Farn zu erzählen. Ich finde es deshalb nicht weniger authentisch als das, was meine Kollegen machen. Es ist ja schließlich mein Blog und wenn ich der Ansicht bin, es braucht etwas mehr Zauber, dann steht es mir als Kreativer zu, diesen Zauber zu erzeugen. Anders kann man den Vibe von Faun & Farn nicht transportieren.

Es gehört aber auch zu meiner Geschichte, Dinge in einem anderen Licht zu sehen. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, dass mein Beitrag zu #mehrrealität auf meinem Blog gezeigt wird und eben nicht meine sorgfältig kuratierte Bildgeschichte dort stört. An dieser Stelle ziehe ich also Bilanz, was bisher nicht geklappt hat in meinem Leben mit Pflanzen seitdem ich mit Faun & Farn gestartet bin.

Lessons learned: Was 2017/18 nicht geklappt hat im Balkongarten

Wasserspinat

Die Wasserspinat-Samen meiner Kollegin Caro von Hauptstadtgarten habe ich eine Nacht zuvor in Wasser eingelegt. Hätte ich gewusst, wie früh der Sommer dieses Jahr einsetzt, hätte ich noch länger gewartet mit der Aussaat. Denn meine Wohnung ist leider nicht so hell, dass im März schon genug Licht dagewesen wäre. Die zarten Pflanzen hatten nicht ausreichend Licht trotz Standort am Fenster und sind deshalb eingegangen. Aber ein paar habe ich mir aufgehoben und werde mein Glück nochmals im nächsten Jahr versuchen. Vielleicht in einem Miniatur-Gewächshaus? Vor allem brauche ich einen helleren Standort.

Zimmerjasmin

Beim hiesigen Pflanzendealer geriet ich außer mir vor Freude, als ich einen zartrosefarbigen Jasmin entdecke: Genau das, was mir das leidige Metallgestell an meiner Balkonwand verschönern soll. Und dann würde er bestimmt noch gut riechen. Hätte Zimmerjasmin dran gestanden, wäre es auch kein Problem gewesen. Nur fehlte das Schild und deshalb stellte ich den Jasmin auf meinen Balkon. Das war im Frühjahr vor der großen Hitze. Er ist mir noch in der ersten Nacht eingegangen. Nächsten Mal also besser nachfragen, damit mir solche traurigen Überraschungen erspart bleiben.

Farnando, R.I.P.

Farn vetrockneter Wedel

Den größten Verlust musste ich bei meinen Farnen hinnehmen. Was war ich happy, als endlich das Paket kam mit dem mehrfarbigen Farn-Setzling. Über beide Faunohren verliebt, bekam das kleine Ding auch noch einen Namen: Farnando. So verwegen, das passte einfach wunderbar zu den drei kessen Wedeln in Grau-Grün. Doch Anfang Juni machte ich mich auf, um Ms Low-budget-makeover-Garten umzugestalten und vergaß darüber völlig, den Wetterbericht von Berlin im Auge zu behalten. Denn bei M regnete es zwischendurch immer wieder, was die Hitze erträglich machte. Aber eben nicht in Berlin. Der noch junge Farnando war noch zu zart, um die unerwartete Juni-Hitze zu vertragen und ging mir leider ein. Ein herber Schlag, den ich nicht so leicht überwunden habe. Aber eben dadurch habe ich meinen Balkon einer genauen Standortanalyse unterzogen und was soll ich sagen: Ich habe mehr Sonne als gedacht. Ich muss mein Bepflanzungsschema also überarbeiten, wenn wir – und davon müssen wir ja leider ausgehen – dem nächsten 40-Grad-Sommer entgegen blicken.

Das war mein Beitrag zum Thema #mehrrealität im Internet.

Apropos Realität: Mach dieses Quiz und finde anhand deiner Gartenvorlieben heraus, in welches Haus der „Sorting Hat“ dich sortieren würde.

Bis nächsten Mittwoch,

 

 

 

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  1. Ruhe in Frieden, Farnando – wir werden dich nie vergessen 🙁
    Ich finde es super, dass Du hier auch mal zeigst, dass auch bei Menschen mit grünen Daumen mal etwas eingeht. Da fühlt man sich dann als Amateur nicht ganz so schlecht, falls es mal eine Pflanze nicht schafft.

    Das Hogwarts-Gartenquiz hat mich übrigens tatsächlich korrekt als Ravenclaw identifiziert – ich bin begeistert!

    1. Danke, meine Liebe! Ich werde übrigens auch als Ravenclaw identifiziert. Dann können wir ja zusammen gärtnern. Du, ich und eine Schmetterlingstränke.

  2. oh je, ich als dir, die ja alles und jeden auf ihrem Balkon umbringt, dass nicht bei 3 eine Gieskanne in der Hand hat … so ein Gartenquiz kann nur schlecht für mich ausgehen fürchte ich 😉

    die Idee und auch die Message, die du dahinter versteckt hast, finde ich aber wirklich toll meine Liebe! 🙂

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

  3. Yaaay! Ich bin Team „Hufflepuff“. Das Quiz hat mir gerade sehr großen Spaß bereitet! 🙂
    Ich finde deine Gedanken zum Thema „Mehr Realität auf Instagram“ sehr interessant, denn von dieser Perspektive aus hab ich es noch nie betrachtet.

    Alles Liebe und R.I.P, Fernando!

  4. Uiii…ich habe alles andere als einen Grünen Daumen … da brauche ich mich bei deinem Quiz gar nicht erst beweisen. Aber schön zu sehen dass auch bei Profis nicht alles gelingt 😉 …

    Hab einen schönen Abend!
    lg
    Verena

  5. Woop Woop – Endlich Ravenclaw.
    Finds gut dass du auch von deinen Fehlschlägen berichtest. Auch das gehört, wohl erkannt, zur Realität. Auch ich poste in meinem Segment von meinen Fehlschlägen und das ist auch gut so.
    Liebe Grüße,
    Tama <3

    1. Hey Tama,
      Ravenclaw ist schon ein ziemlich cooles Haus. Bei anderes Tests lande ich eigentlich immer bei Gryffindor, aber hier beim Gärtnern bin ich wohl doch eher der Geek.

      LG, Carla

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