Lifestyle Minimalismus

3 Grundsätze, damit du Minimalist bleibst

Am 31.7.2018 ging mein Minimalismus-Projekt heimlich, still und leise zu Ende. Gegangen sind tausende von Dingen mitsamt ihren Erinnerungen und unerledigten Aufgaben. Geblieben sind jede Menge Freiraum, neue Routinen und eine Hand voll Grundsätze für die Zukunft. Denn jetzt, wo das große Aufräumen beendet ist, laufe auch ich iweder Gefahr, zu viele Dinge anzuhäufen. Die 3 wichtigsten Minimalismus-Regeln habe ich hier ausgewählt, damit du nicht nur Minimalist wirst, sondern es auch lange und mit Freude bleibst.

Wer sich einem ähnlichen Prozess unterzogen hat, der kennt dieses mulmige Gefühl, das sich einstellt, wenn man spürt, dass es nichts mehr aufzuräumen gibt. Wenn das Betätigen des Lichtschalters im Flur hallt. Das, was einen Monate lang auf Trab hielt und den Fokus gestärkt hat, ist nun erfüllt. Der Lebensraum ist so leer, wie es angenehm ist. Die Dinge haben sich neu geordnet und das unruhige Gefühl, dass man zuvor in den eigenen vier Wänden hatte, ist einer neuen inneren Ruhe gewichen. Aber wie behält man diesen zenhaften Zustand bei, wenn der Alltag mit voller Wucht wieder zuschlägt? 3 Grundsätze helfen mir dabei, die Kontrolle über meine Dinge zu bewahren:

#1 Minimalismus-Grundsatz: Halte nicht fest an Erinnerungen und halte nicht fest aus Gewohnheit

Auch wenn ich mich von ein paar tausend Dingen verabschiedet habe, so sind meine derzeitigen Besitztümer nicht frei von Erinnerungen. Wie auch? Jeder Kauf an sich ist doch schon eine Erinnerung. Es ist unvermeidlich, dass ich einen Teil meines Erinnerungsvermögens für solche Erinnerungen einsetze. Und dennoch finde ich immer wieder Einzelteile in meiner Wohnung, die ich in die Hand nehme und denke: „So gut fühlt sich das jetzt gar nicht an. Warum habe ich es damals mitgenommen?“ Die Antwort: Aus Gewohnheit. Sammeln ist nichts anderes als Gewohnheit.

Hinzu kommt noch ein weiteres Phänomen: Es kommt nicht selten vor, dass ich zufällig an das ein oder andere Dinge, das ich entsorgt habe, denke. Etwa das weiße Porzellanpferd meines Opas. Da habe ich wirklich lange mit gekämpft. Beziehungsweise mit den Schuldgefühlen, die es hervorrief. Manchmal denke ich daran, wie ich es in den Container warf. Dann folgt immer der gleiche Monolog: „Habe ich das wirklich getan? Aber es war eh kaputt. Außerdem hatte ich immer so ein ungutes Gefühl, wenn ich es angesehen habe. Und außerdem habe ich doch das schöne Foto, das L von mir damit gemacht hat. Es wird schon ok sein. Ich werde morgens wieder aufwachen und atmen. Opa ist es eh egal.“ Ein ganz schön langer Denkvorgang für ein Objekt, das mir keine Freude geschenkt hat.

Welchen Schluss ziehe ich daraus? Wer an Erinnerungen zu lange festhält, hält sich selbst zurück. Wer etwas daraus gewinnt, sich selbst zurück zu halten, kann das ja gerne weiterhin tun.

#2 Minimalismus-Grundsatz: Finde für alles den richtigen Ort

Dieser Grundsatz entstammt der KonMari-Methode und ich könnte mir keine wichtigere Grundlage für eine dauerhaft funktionierende Wohnung vorstellen. Aber wie findet man den richtigen Ort? Während meines Minimalismus-Prozesses habe ich hunderte von Sachen mehrmals umgeräumt, bis die Dinge sich wie von allein zu ordnen schienen. Und bis heute so geblieben sind. Wenn das bei dir noch nicht der Fall sein sollte, dann hast du noch zu viele Dinge.

#3 Räume alles weg, wenn du es nicht brauchst

Kreative Menschen brauchen kreatives Chaos, das war einer der fehlgeleiteten Glaubenssätze, der mich durch Schul- und Studienzeit begleitet hat. Es schreibt sich besser an einem leeren Schreibtisch, so viel kann ich nach 6 Monaten Downsizing sagen. Für manche mag es noch eine Glaubensfrage darstellen, aber ich meiner bisherigen Laufbahn habe ich so viele Kreative kennen gelernt und beobachtet: Diejenigen, deren Schreibtisch nicht überquillt vor Unterlagen und Materialien, sind die produktiveren. Deshalb räume ich nach jedem Projekt meinen Schreibtisch leer. Gerade die kleinen Zwischendurchsachen hinterlassen die größte Unordnung. Mein Foto-Equipment, das ich regelmäßig brauche, hat einen eigenen Karton im Schrank, in den alles wieder zurückkommt. Es liegt maximal 1 Stift auf meinem Schreibtisch. Was sofort erledigt werden muss, kommt ebenfalls dahin, damit ich es nicht „vergesse“.

Was du am Tag selbst nicht geschafft hast, wird auch danach nicht erledigt werden. Deshalb kann alles wieder an seinen Ort. Es braucht viel Disziplin, in dieser Hinsicht umzudenken und sich eine neue Gewohnheit zuzulegen, aber es lohnt sich.

Bist du schon Minimalist, oder zögerst du noch? Finde es heraus in diesem Quiz:

Bis nächsten Mittwoch,

 

 

 

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