Lifestyle Minimalismus

„Aufräumen mit Marie Kondo“ auf Netflix

Minimalismus ist im Mainstream angekommen: Auf Netflix kann man seit Anfang Januar 2019 Marie Kondo dabei zusehen, wie sie Häuser in Ordnung bringt. Wie gut die Serie wirklich ist und ob man „Aufräumen mit Marie Kondo“, wenn man sich mit Minimalismus als Lebenskonzept beschäftigen möchte, gesehen haben sollte, darin geht es in dieser Rezension.

Netflix ist bekannt dafür, neue Erzählstoffe und –formate auszuprobieren. Einige sehr gute Serien sind dabei zustande gekommen, die mich unterhalten und inspiriert haben. Auch wenn mein Großes Aufräumen nun schon ein paar Monate zurück liegt und ich immer noch die Früchte meiner Arbeit genieße, konnte ich es kaum erwarten, bis die Serie anlief – um dann sehr enttäuscht zu werden.

Marie Kondo, das zwergenhafte Zauberwesen aus dem Land des Lächelns, die die häusliche Ordnung neu definiert hat, nimmt mit weit geöffneten Augen die angesammelten Besitztümer von US-Bürgern unter die Lupe. Was man Netflix zugute halten muss: Sie haben sich sehr um Diversität bemüht. Unter den 8 Folgen (der ersten und hoffentlich einzigen Staffel) gab es immerhin 2 homosexuelle Paare und eine Witwe. Überrepräsentiert waren durchschnittliche Mittelschichtsfamilien, weshalb man auch gleich weiß, wen die Serie ansprechen soll. Vermutlich ist sie deshalb so schnarchig geworden.

Leider drehen sich die Folgen viel zu sehr um die persönlichen Schicksale der Teilnehmer, wie die Methode tatsächlich funktioniert und was man langfristig davon erwarten kann, wird nicht erwähnt. Mir ist fast das Gesicht eingeschlafen beim 500. Turnschuh, der aussortiert wurde. Auch die Berge, die aufgetürmt wurden, waren wenig schockierend. Nicht, dass ich da mithalten könnte, die USA würden mit Sicherheit den ersten Platz belegen, wenn es darum geht, zu viele Dinge anzuhäufen.

„Aufräumen mit Kondo“ Fazit

Mein Fazit: „Aufräumen mit Kondo“ lohnt sich nicht. Die Serie ist unfassbar langweilig. Wer sich für Minimalismus und die KonMarie-Methode interessiert, ist mit YouTube-Videos besser bedient. Oder gleich das Hörbuch, indem Kondo ganz wunderbar von ihren Klienten erzählt, die man sich bildhaft vorstellen kann. Vor allem erwähnt sie auch, was nach Monaten des Aufräumens mit ihnen passiert. Das bleibt in der Netflix-Serie aus.

Am meisten missfällt mir aber, wie wenig die Methode erklärt wird und das öde Format. Ein wenig mehr Kreativität hätte der Serie wirklich gut zu Gesicht gestanden, aber so hat man den Eindruck, dass Menschen, die sehr langsame Erzähltempi bevorzugen, angesprochen werden sollen. Weshalb man nicht drum herum kommt ständig vorzuspringen.

Was ebenfalls fehlt, ist die Originalität der Besitztümer. Viele, mit denen ich mich ausgetauscht habe, horten mindestens eine Sache in einem skurillen Ausmaß. Bei mir waren es 13 Scheren, die sich ominöser Weise in meinem Lebensraum angesammelt hatten. Allerdings habe ich durch die Serie meinen Prozess noch einmal Revue passieren lassen. Ich bin nämlich seit Monaten im Rückstand mit meinem Buch und das wurmt mich. Loslassen will ich die Idee nicht, denn das Manuskript steht zu 60 %. Ich musste mich also fragen, warum ich nicht weiter daran arbeite. Dafü gibt es mehrere Gründe:

  • Ich habe grundsätzlich immer zu viele Ideen und laufe Gefahr, mich zu verzetteln. Das ist nichts Neues.
  • Mein Prozess ist noch gar nicht abgeschlossen. Am 31. Juli 2018 hatte ich das Große Aufräumen für beendet erklärt. Was aber noch nicht beendet war, ist die ausstehende Renovierung, die ich vornehmen möchte. Mit meinem derzeitigen Workload eine Herkulesaufgabe. Auch muss ich gestehen, dass die Veränderungen, die das durch die Morgenseiten initiierte Große Aufräumen in meinem Leben bewirkt haben, einfach auch ein bisschen viel waren und ich mir vielleicht auch zu viel vorgenommen hatte – auch wenn mich alles sehr glücklich macht, was ich derzeit tue. Weshalb ich nun die letzten Schritte in viele kleine Schritte unterteile und jeden Schritt langsam abarbeite.

Du willst wissen, wie ich Minimalismus für mich umgesetzt habe? Hier geht es zu allen Minimalismus-Links.

Viel Spaß beim Aufräumen und bis nächsten Mittwoch,


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