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12 Tipps für erfolgreiches Morgenseitenschreiben

Wer mir schön etwas länger folgt, der weiß, wie wichtig mir eine tägliche Schreibroutine ist. In diesem Beitrag gebe ich dir 12 Tipps an die Hand, wir du dein morgendliches Schreiben verbessern kannst.

Zunächst einmal: Warum Morgenseiten? In diesem Artikel hier habe ich ausführlich beschrieben, welche Vorteile es hat, die Morgenseiten zu praktizieren.

Darüber hinaus habe ich 7 weitere Vorteile der Morgenseiten entdeckt, in deren Genuß auch du kommen kannst.

Seit dem 01. Januar 2018 schreibe ich jeden Morgen drei Seiten. Diese Methode nennt sich „Morgenseiten“ und stammt von der Autorin Julia Cameron. Ursprünglich entwickelt zum Überwinden von kreativen Blockaden, eignet sich das morgendliche Schreiben nach der Morgenseiten-Methode auch für nicht-kreative Angelegenheiten. Ich bin durch die Morgenseiten etwa dazu gekommen, meine Wohnung zu minimalisieren, ich habe heraus gefunden, wie ich meine gesundheitlichen Probleme mit einer simplen Ernährungsumstellung lösen kann und ich habe zwei ganz wunderbar Communities gefunden, bei denen ich mich ehrenamtlich betätige. Hätte ich nicht angefangen zu schreiben, wäre mein Leben um ein Vielfaches grauer, langweiliger und unbefriedigender.

In den fast eineinhalb Jahren des täglichen Schreibens macht man so seine Erfahrungen. Man probiert neue Techniken aus, neue Zeiten, man arbeitet sich durch verschiedene Papiere und Stifte, Schreiborte und so weiter. Das, worauf es ankommt, lässt sich in diesen 12 Punkten wiedergeben:

#1 Morgenseiten morgens schreiben

Sie heißen nicht umsonst Morgenseiten. Abends hast du den ganzen Tag erlebt und bist dabei, alles zu verarbeiten. Morgens ist der Geist noch frisch, vielleicht sogar noch etwas benommen, weil du einem Traum hinterher hängst. Der ideale Zustand, um die Morgenseiten zu schreiben. Der ideale Zustand, um dich auf den Tag vorzubereiten.

Es geht nicht darum, drei Seiten Meisterwerk zu schaffen. Die Morgenseiten sind für dich und nur dich.

#2 Stehe früh auf und mach die Morgenseiten zu einem Teil deiner Morgenroutine

Ich habe die Morgenseiten in meinen täglichen Ablauf integriert. Wenn ich es vergesse, merke ich das. Das ist mir in den letzten Wochen etwa drei Mal passiert.

Zuerst war es nicht so einfach, jeden Morgen daran zu denken. Denn man kämpft ja gegen Widerstände. Auch ist das Schreiben in den ersten Wochen alles andere als angenehm. Die Gefühle und Gedanken, die zum Vorschein kommen, erhalten endlich den Raum, der ihnen zusteht. Und dann verschwinden sie.

#3 Keinen Kaffee oder Tee

Klingt es nicht überaus gemütlich, sich mit einer Tasse Tee und seinem Tagebuch in eine Ecke zu verkrümeln und dort ein wenig vor sich hin zu schreiben? Die Morgenseiten sind aber nicht so. Das Zweitwichtigste bei den Morgenseiten ist nämlich, dass man sie nicht unterbricht. Man hört erst auf zu schreiben, wenn die drei Seiten voll sind. Eine Tasse Tee oder Kaffee lenkt ab. Das Schreiben dauert bei mir jeden Morgen etwa 20 Minuten, danach gibt es den ersten Tee.

#4 Kein Smartphone

Was für Tee und Kaffee gilt, gilt ebenso für das Smartphone. Wie einfach lassen wir uns doch ablenken, um uns nicht mit uns selbst auseinander setzen zu müssen. Das Smartphone ist eines der beliebtesten Mittel, um genau dieser Auseinandersetzung auszuweichen. Leg es weg, deck es zu, es sind nur 20 Minuten. Dann kannst du wieder Candy Crush spielen.

#5 Schönes Papier und ein komfortabler Stift

Vor allem der Stift spielt für mich eine große Rolle. Ich schreibe am liebsten mit einem dieser blauen Billig-Kulis. Bleistifte finde ich unangenehm, zur Not geht es aber auch. Fineliner mag ich mittlerweile nicht mehr, sie halten meinen Duktus nicht aus.

Was das Papier betrifft, so bevorzuge ich ein Punkte- oder Karoraster in hellen Farben. Habe ich kein Raster, drifte ich zu einer Seite ab. Ist das Raster zu prominent, werde ich abgelenkt. Derzeit ist das Raster hellblau, das stört mich nicht. Auch die Qualität ist nicht zu schwer. Teste unterschiedliche Papiere aus. Am Anfang war ich versessen auf ein bestimmtes cremefarbiges aus dem KaDeWe, jetzt ist es ein günstiger College-Block aus dem Kaufhaus in meinem Viertel.

#6 Bequeme Schreibhaltung

Ich sitze am liebsten mit angewinkelten Beinen und schreibe mit dem Block auf den Oberschenkeln. Aber ich habe auch schon stehend in der U-Bahn geschrieben oder sitzend im Zug. Die ersten Monate war ich so diszipliniert, dass ich morgens am Schreibtisch saß. Das mache ich jetzt nicht mehr. Ich schreibe im Bett, gleich nach dem Aufwachen und Zähneputzen verkrümle ich mich nochmal für 20 Minuten ins Bett oder auf die Couch. Dann erst beginne ich meinen Tag.

#7 Such dir einen Schreib-Partner

Die ersten paar Monate hatte ich einen Morgenseiten-Buddy. Wir haben uns jeden Tag per WhatsApp darüber informiert, ob wir die Seiten gefüllt haben und wie es so war. Diese Verabredung erzeugte eine gewisse Verpflichtung, die man für sich selbst eher selten aufbringt. Hätte ich meinen Morgenseiten-Buddy nicht gehabt, hätte ich gegen sehr viel mehr Widerstände ankämpfen müssen.

#8 Verpflichte dich selbst und andere

Du wohnst nicht allein? Dann wird es nicht so einfach, 20 Minuten ungestört zu bleiben. Aber auch nicht unmöglich. Aber diese wenigen Augenblicke können darüber entscheiden, ob du etwas, was dir sehr wichtig ist, umsetzt oder nicht. Es ist nicht egoistisch, sich 20 Minuten am Tag mit Selbstsorge zu befassen. Es ist egoistisch, dieser Selbstsorge auszuweichen und sich dann darüber zu beklagen oder andere verantwortlich zu machen.

#9 Niemandem zeigen

Wie schon unter Punkt eins erwähnt: Die Morgenseiten gehören nur dir. Niemals, oder nur mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit, werden sie jemals von anderen Augen als den deinen gelesen werden. Es geht nicht darum, jemanden zu beeindrucken. Oder darum, etwas Besonderes zu sagen. Deshalb darf jeglicher Anspruch sich mal für 20 Minuten ganz still verhalten, währen du dich um dich selbst kümmerst.

#10 Von Hand schreiben

Natürlich macht es einen Unterschied, ob du die Morgenseiten von Hand oder auf der Tastatur schreibst. Die gesamte Motorik der Hand wird gefordert. Die Sensorik, wenn deine Hand über das Papier streicht. All das spielt mit in den Prozess hinein. Das Schreiben auf der Tastatur verführt dazu, Pausen einzulegen. Das Schreiben mit der Hand erleichtert es, im „Stream of consciousness“ zu bleiben und die drei Seiten ohne Unterbrechung zu füllen.

#11 Durchschreiben=Keine Pause einlegen

Sobald du den Stift auf das Papier aufsetzt, gibt es kein Zurück mehr. Bis du den letzten Satz auf Seite drei vollendet hast. Pausen sind Zeichen der Blockade, das betont Cameron immer und immer wieder. Ich kann das nur bestätigen. Es macht den ganzen Unterschied, drei Seiten einfach zu beschriften, oder sich jeden Morgen drei Seiten lang mit dem zu befassen, was aufkommt. Was man nicht zensieren oder kontrollieren kann.

#12 Morgenseiten wegwerfen

Japp, die Morgenseiten sind nicht dazu da, aufbewahrt zu werden, zumindest nicht lange. Ich lese nur einen Bruchteil meiner Morgenseiten durch. Es geht, wie schon gesagt, nicht darum, einen guten Text zu verfassen. Perfektionismus hat beim Schreiben der Morgenseiten Pause. Klingt verschwenderisch? Das würde meine Blockade auch sagen, wenn sie reden könnte. Was sind schon drei Seiten Papier gegen aufgeschoben Ideen, die niemals das Licht der Welt erblicken konnten?

Noch unsicher, ob die Morgenseiten das richtige für dich sind? Dann mach jetzt mein Quiz:

Falls du jetzt die Morgenseiten ausprobieren möchtest, dann lade dir meine kostenfreie Anleitung herunter:

Viel Spaß beim Schreiben und bis nächsten Mittwoch