Mein Balkongarten-Projekt Traumgarten

Tipps für deinen Balkongarten: Kurzanleitung und 5 Grundregeln, die deinen Balkon sofort schöner machen

Nachdem ich das letzte Jahr damit verbracht habe, zuerst meine Wohnung und dann mein Leben auf Vordermann zu bringen, war es dieses Jahr endlich soweit: Mein Balkon, nach dem grausamen Hitzesommer um einige Pflanzen ärmer, sollte endlich das grüne Paradies werden, von dem ich immer geträumt habe.

So sahen meine Balkonkästen aus, bevor ich klarschiff gemacht habe:

In diesem Beitrag habe ich alles zusammengefasst, was du wissen musst und noch ein paar Tipps für dich, damit du auch ohne große Vorkenntnisse deinen Balkon zur grünen Sommeroase machen kannst.

Ich bin weit gekommen mit meiner Balkonplanung, auch wenn die Hitze Anfang Juni mir schon wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht und meinen wunderschönen weißen Mohn vernichtet hat. Das wäre auch mein erster Tipp: Robuste Stauden. Nicht nur für alle möglichen Gärten, nein, auch kleine Balkongärten profitieren von mehrjährigen Gewächsen, besonderes in finanzieller Hinsicht. Gerade Balkonbesitzer lassen sich gerne dazu verleiten, nur kleine Blümchen zu pflanzen aus Platzmangel. Das ist falsch. Auch größere Stauden finden Platz und schaffen eine private Atmosphäre im urbanen Umfeld mit vielen allzu neugierigen Nachbarn.

Was aber macht jetzt einen 08/15-Balkon zu einem Traumbalkon, gibt es so etwas wie einen Plan, nachdem man vorgehen kann? Gibt es, und zwar hier:

#1 Schritt zum Balkonerfolg: Check dein Licht

Schau dir an, wo wann die Sonne scheint. Hätte ich geahnt, dass wir ab 2018 Temperaturen bis 40 Grad haben würden, hätte ich mir meine beiden Hortensien ersparen könne. Beide haben die Hitze nicht überstanden, weder an der Balkonbrüstung, noch in der schattigsten Ecke unter dem Tisch.

Ich hatte mich derart vertan, weil ich die Sonne auf meinem Balkon schlicht unterschätzt hatte. Mein Balkon hat eine Ausrichtung nach Ost-Süd-Ost. Ich kann auch Pflanzen halten, die die Sonne lieben, denn diese platziere ich in den äußeren Balkonkästen, sodass sie die intensive Mittagssonne abbekommen.

Man lässt sich nur allzu leicht dazu hinreißen, Lichtmangel zu beklagen. Die meisten Balkon aber sind hell genug, und selbst solche, die tatsächlich nur wenig Licht haben, sind immer noch hell genug für viele Pflanzen. Sehr gute Anregungen dazu kannst in fast jedem gängigen Gartenbuch finden, da gibt es praktisch keinen Unterschied zwischen Garten und Balkon.

Welche Pflanzen bei viel Sonne auf dem Balkon?

Aus meiner Erfahrung eignen sich folgende Pflanzen hervorragend für helle bis sonnige Balkone:

  • Schafgarbe, gibt es auch in vielen Farben, von Weiß bis Knallpink
  • Heiligenkraut
  • Silberblatt
  • Rosmarin
  • Blauschwingel
  • Fetthenne
  • Japanisches Blutgras

Bei Gräsern gibt es eine Riesenauswahl, jedes hat seine eigene Standortvorliebe, schau also aufs Etikett.

Welche Pflanzen bei wenig Sonne auf dem Balkon?

  • Hosta/Funkie
  • Hortensie
  • Edellischen (Neu Guinea Impatiens)
  • Brunnera (Vergissmeinnicht), wegen des schönen Blattgrüns und der zarten blauen Blüten
  • Euphorbia (Wolfsmilch), wegen der Höhe und des intensiven Grüngelbs
  • Geranium (Strochenschnabel), wegen der zarten rosafarbigen Blüten
  • Epimidium (Elfenblume), wegen der spacigen Blüten
  • Astilbe (Prachtspiere), wegen der Höhe und der fluffigen Blüten
  • Heuchera (Zottiges Silberglöckchen), wegen der Auswahl an unterschiedlichen Blattfärbungen
Die neue Hortensie für das Problembeet.

Nicht zu vergessen für schattige, kühle Standort: Farne. Viele Farne sind außerdem winterhart, solange sie nicht direkt Wind ausgesetzt sind. Ein Riesenvorteil ist, dass Farne nur wenige Schädlinge haben. Mal ganz abgesehen davon, dass sie großartig aussehen! Die meisten Farne, die ich bisher hatte, vertrocknen leider zum Frühjahr hin und sehen dann gar nicht großartig aus, bis sie wieder kommen. Deshalb machen sie sich besser als grüne Lückenfüller oder in einer Ecke, in der die vertrockneten Wedel nicht sofort ins Auge fallen.

Farne lösen ambivalente Gefühle aus. Im Volksmund heißen Farne auch Teufelswisch oder Engelssüss. Ihnen wurden magische Eigenschaften angedichtet. Auch ihre vorwiegend schattigen Standorte und die urige Wuchsform helfen nicht dabei, ihren Ruf zu verbessern. Aber wo wären wir denn ohne Farne? Ohne ihren spitzen, federigen Fächer, die sich so schön über schattige Beete erstrecken?

So hältst du Farne auf dem Balkon:

Das Schöne an Hostas ist, dass es sie in diversen Größen und Farben gibt und mit ihrem breit gefächerten Blattwerk füllen sie jede dunkle Ecke. Auch sie gehören zu den Stauden, einmal investiert, erfreust du dich immer wieder daran. Auf dem Balkon wirst du außerdem weniger Probleme mit Schnecken haben, denn Hostas gehören zu ihren Lieblingsspeisen.

#2 Töpfe und Sitzgelegenheiten

Ein weiterer Vorteil von Kübelhaltung: Töpfe sind mobil. Deshalb kann man mit dem wenigen Platz eines Balkons gut improvisieren. Dennoch gebe ich dir den Tipp, zuerst daran zu denken, wie oft und vor allem wo du und eventuell Gäste sitzen werden. Das sollte grob in die Planung einfließen, sonst kann das schon mal eng werden an einem lauen Sommerabend.

Entscheide dich vor allem für Töpfe, die groß genug sind. Einige Pflanzen wuchern nur zu gerne – lass sie. Pflanzen zu klein zu halten, ist nicht nur unschön für die Pflanze. Ist doch toll, wenn sie sich so wohl fühlen, dass sie wachsen und Grün in deine Oase bringen.

Was du unbedingt bei Topfhaltung auf dem Balkon beachten musst: Die Töpfe brauche eine gute Drainage, damit sich Wasser nicht stauen und zu Wurzelfäule oder Algenwachstum führen kann. Das ist einer der großen Vorteile von Kübelpflanzen: Es braucht keine Jahre, um einen nicht allzu guten Boden aufzuarbeiten. Erde rein, Pflanze drauf, fertig.

#3 Lass dir Ableger schenken

Gerade bei einem sehr knappen Budget kannst du jede Menge Geld sparen, indem du dir Ableger schenken lässt. Das hat nicht nur einen finanziellen Vorteil. Die Pflanzen haben schon mal einen Winter überlebt und sind besser angepasst an das Klima als frischgekaufte, die nur das Gewächshaus kennen. Bei meinem Balkonpflanzen konnte ich feststellen, dass wenn eine Pflanze einen Winter überstanden hatte, sie lange bei mir bleibt. Meine Meinung muss ich jetzt natürlich revidieren dank der hohen Temperaturen im Frühjahr und Sommer.

#4 Züchte Saatgut selbst, dass du dann mit anderen Gärtnern tauschen kannst

Bei einem sogenannten Seed Swap wird samenfestes Saatgut getauscht. Samenfest heißt, dass du die Pflanzen mindestens zwei Jahre in Folge angebaut und dadurch sortenreine Pflanzen gezogen haben musst. Auf Instagram werden solche Saatgutauschaktionen um den Jahreswechsel organisiert, werde also Teil der Gartenblogger-Community, damit du eine große Auswahl saatgutfester Saaten dein eigen nennen kannst.

Was du unbedingt tun solltest bei deiner Balkongartengestaltung

#1 Sei mutig

Denke groß: Plane lieber mit wenigen großen Pflanzen als mit zu vielen kleinen. Das macht einen ruhigen Eindruck und ist auch leichter zu pflegen. So wie ein „richtiger“ Garten ist auch ein Balkongarten nie richtig fertig. Ständig gibt es etwas zum Umtopfen, Ablegen, Stutzen, das ist ja auch das Schöne am Leben mit Pflanzen.

Die nächsten Tipps habe ich von Beth Chatto, einer der größten Gärtnerinnen unserer Zeit. Am 13. Mai 2018 verstarb Beth Chatto. Aber ihr Wissen, ganz besonders das über trockenresistente Gärtnern, bleibt uns erhalten und ein paar Grundsätze gebe ich hier an dich weiter:

#2: Die richtige Pflanze am richtigen Ort

Wenn du deine Standortanalyse gemacht hast, dann weißt du schon ziemlich gut, welche Pflanzen du wohin setzen kannst. Manche werden dennoch eingehen, manche Pflanzen sind schon krank, wenn sie im Geschäft stehen. Damit muss man eben leben.

#3: Lass dir Zeit

Einer der schönsten Nebeneffekte des Gärtnerns ist, dass man immer wieder etwas Neues dazu lernt. Und wenn Beth Chatto sich eine ganze Dekade Zeit nehmen kann, um ihren Garten zu erschaffen und immer wieder neue Pflanzen zu studieren, dann hast du auch mehr Zeit als einen Tag.

#4: Veränderung willkommen

Wie bereits oben erwähnt, ist auch ein Balkongarten nie wirklich fertig. Er entwickelt sich ständig weiter. Man probiert immer wieder etwas Neues, manche Pflanzen nehmen schnell mehr Raum ein als erwartet, alles ist dynamisch. In meinem Lieblingsgartenbuch „Wachholderzauber“ heißt es nicht umsonst: Ein Garten ist ein Raum mit beweglichen Wänden.

Welche Pflanzen habe ich nicht mehr in meinem Balkongarten?

Es gibt eine ganze Reihe an Pflanzen, die mit dem Klima auf meinem Balkon nicht zurechtkommen sind. Dazu gehören:

  • Vergißmeinnicht/Brunnera: Besser aufgehoben in dunklen, kühlen Ecken, also nichts für meinen Mittagssonnenbalkon
  • Hortensien: Nach zwei Versuchen habe ich aufgegeben, aber ich werde immer sehr neidisch, wenn ich durch die Gärtnerei gehe und die vielen neuen Züchtungen sehe.
  • Petunie: Der Petunie konnte ich es nichts recht machen. Zu wenig Licht, zu viel Licht, zu viel Regen, zu viel Wind – sorry, da kam auch mein grüner Daumen nicht gegen an.
  • Kapuzinerkresse: Die Kapuzinerkresse war ein wahrer Blattlausmagnet. Mehr muss auch dazu nicht sagen 😀

Hier habe ich dir eine hilfreiche Linkliste zum Thema Balkongärtnern zusammengestellt, viel Spaß beim Stöbern und bis nächsten Sonntag:

Wann und wie solltest du Frühlingsblüher setzen?

Balkonkästen richtig vorbereiten zur Bepflanzung

Schattiger Balkon? So machst du das Beste daraus

Mehr über die großartige Beth Chatto

Und nicht zuletzt meine 7-Punkte-Balkongarten-Checkliste: