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Projekt Lebensqualität: Warum ich freitags nicht mehr in den Briefkasten schaue

Ein Blick in den Briefkasten kann einem das ganze Wochenende versauen. Die Radtour an den See, das Essen mit Freunden, das kuschelige Wochenende auf dem Sofa – nichts macht so richtig Spaß, weil da diese eine Sache im Hinterkopf arbeitet. Was ich tue, um mir nicht länger mein Wochenende von anderen vermiesen zu lassen und wie ich meine Lebensqualität erhöhe, indem ich Stress reduziere, erfährst Du in diesem Artikel.

Erst einmal willkommen zu meiner neuen Rubrik „Lebensqualität“, in der ich Methoden im Alltag ausprobiere. In dieser Reihe geht es besonders darum, überflüssigen Stress im Alltag zu erkennen und zu eliminieren. Mein minimalistisches Mind-Set hat mir dabei geholfen, gute Sensoren dafür zu entwickelt, was ich nicht mehr in meinem Alltag erleben möchte. Angefangen von meiner Wohnung, die ich von Februar- Juli 2018 einer Tiefenreinigung unterzogen habe und die nun schön viel Raum für meine Ideen bietet, über meine Ernährung bis zu genau diesem Punkt, der die meisten von uns betriff: Stressreduktion.

Erhöhung Lebensqualität = Stress reduzieren

Du kennst das bestimmt: In Wochenendstimmung öffnest du am Freitag Nachmittag den Briefkasten. Und das ganze Wochenende ärgerst du dich, das getan zu haben. Neben Werbeblättern und Kontoauszügen ist da dieser eine Brief – eine Rechnung, Nachzahlung, Mahnung oder noch etwas Unerfreulicheres.

Du öffnest diesen einen Brief und schon ist dein ganzes Wochenende ruiniert. Du regst dich auf, entwirfst Lösungen, was du als erstes am Montag morgen machen musst, vielleicht musst sogar jetzt eine E-Mail schreiben, um deinem Chef mitzuteilen, dass du später ins Büro kommen wirst. Das wirft natürlich auch deine ganze Arbeitsplanung für die nächste Woche über den Haufen.

Nicht nur ist dein Wochenende im Eimer, sondern gleich noch alle Tage bis Wochenmitte. Denn bis Montagmorgen kannst du nichts dagegen tun. Aber du ärgerts dich und denkst ständig daran, was du tun solltest, was du vergessen hast, dass es soweit kommen konnte, eben die ganze Partitur an Vorwürfen, die man sich machen kann.

Lebenszeit ist zu begrenzt für Ärger

Mir ist es hin und wieder passiert, dass ich am Freitag ein Schreiben im Briefkasten hatte, etwa eine ungerechtfertigte Mahnung, obwohl ich die Rechnung bereits bezahlt oder die Ware längst zurück geschickt hatte. Oder eine übertrieben hohe Nachzahlung, die mindestens überprüft, wenn nicht sogar angefochten werden musste. Oder die Ablehnung einer zusätzlichen Leistung der Krankenkasse, die einen unfreundlichen Anruf meinerseits rechtfertigen würde. Oder mal zur Abwechslung etwas ganz anderes: Das Guthaben eines Telefonanbieters, das seit Wochen auf meinem Konto hätte eingehen müssen und nun nur mit einer Kündigungsbestätigung beantwortet wird. Wir kennen den bürokratischen Irrsinn, keine kann sich ihm entziehen.

Den Vogel aller himmelhochschreienden Schreiben hatte aber mal meine Bank verfasst. Man bat mich zum Jahresgespräch. Da ist mir wirklich die Hutschnur geplatzt. Es folgte eine zweiseitige Streitschrift, die mit einer persönlichen Entschuldigung des Filialleiters beantwortet wurde. Aber lassen wir das. Es geht ja darum, sich von so etwas nicht mehr Lebenszeit rauben zu lassen als wirklich notwendig.

Neue Gewohnheiten als Schutz vor Stress

Ein ganzes Wochenende, bei dem man ständig im Hinterkopf hat, dass man Montag als erste Amtshandlung dies oder jenes zu erledigen hat, ist nur wenig erholsam. Vor lauter subtilem Stress schläft man vielleicht sogar nur halb so gut, und spätestens seit meiner Minimalismus-Aktion ist mir mein Schlaf heilig. Dabei ist mir nämlich bewusst geworden, wie sehr ich mich in meiner Wohnung mit all den angesammelten und angestauten Verpflichtungen fühle. Und da ich ein Bewusstsein für Überflüssiges entwickelt habe, ist dies eine neue Gewohnheit, die ich etablieren werde: Am Freitag wird nicht in den Briefkasten geschaut. Auch nicht am Samstag. Sonntag Abend reicht aus, aber auch Montag würde vollkommen reichen.

Die Idee stammt aber nicht von mir. Tim Ferris hat sie in einem Essay erwähnt, leider finde ich die URL nicht mehr. Ich fand die Idee so großartig, dass ich sie vor einigen Wochen ausprobiert und sie als neue Gewohnheit fest implementiert habe. Probier es ruhig mal aus.

Schluss mit voreiligem Pflichtbewusstsein. Ich werde mich nur noch minimal regen und meine wertvolle Lebenszeit damit zubringen, mich schöpferisch auszudrücken. Und du hoffentlich auch. Kennst du diese Methode schon? Wenn ja, welche Erfahrungen hast du damit gemacht? Schreib es in die Kommentare.

Bis nächsten Sonntag,