Lifestyle Morgenseiten/ Bullet Journal

3 Dinge, die (fast) keiner weiß über eine tägliche Schreibroutine

Von wegen, die Digitalisierung ergreift alle Bereiche unseres Lebens. Nie zuvor haben wir mehr Papier verbraucht als in den letzten Jahren. Viele papierne Trends konnten wir dabei beobachten: Bullet Journal, Glücks-Tagebücher, Buch-Blogs, die Liste ist lang. Was stellen wir also fest? Menschen, besonders hierzulande, lieben Papier. Das ist auch nicht weiter verwunderlich. Wer den ganzen Tag auf Bildschirme schaut und über Displays wischt, der wird ähnliches feststellen wie ich: Es tut unseren manuellen Fähigkeiten nicht gut, und es wirkt sich außerdem negativ auf unsere kognitiven Fähigkeiten aus.

Unsere Hände zu benutzen tut uns gut. Es braucht Jahre, bis unsere Auge-Hand-Koordination so ausgeprägt ist, dass wir sauber schreiben, fein zeichnen oder präzise schneiden können. Wenn wir digitalen Anwendungen zu viel Raum geben, so empfinde ich es, verblöden wir. Wir erleben unsere Welt durch unsere Sinne, durch unsere Hände. Babys greifen nach allem, was ihnen interessant vorkommt, untersuchen Objekte genau mit Auge, Hand und Mund. Dieser Lernprozess kann niemals ersetzt werden durch digitale Substitute. Die Hand ist es, was uns zum Menschen macht. Sie ist in der Natur einzigartig. Die Hand ist das menschliche Charakteristikum per se.

In Studien konnte nachgewiesen werden, dass das Schreiben per Hand Lernen erleichtert. In Experimenten mit Kindern konnte man sogar beobachten, dass mehr Ideen entstanden, wenn die Kinder mit Stift und Papier arbeiteten. Schrieben mit der Hand ist also gut für uns. Wenn du meinen Blog öfter besuchst, dann weißt du ja schon, dass ich eine große Verfechterin einer täglichen Schreibroutine bin. Es gibt viele Methoden, aber eine stellt alle anderen in den Schatten: die Morgenseiten.

Die Morgenseiten sind eine Erfindung von Julia Cameron. Hier kannst du meine Anleitung herunterladen:

Allerding verstehen viele die Morgenseiten falsch. Deshalb wissen auch nur wenige Menschen davon, wie wirkungsvoll diese Methode tatsächlich ist. Diese drei Dinge wissen die wenigsten, wenn du die Morgenseiten-Methode also voll ausschöpfen willst, dann musst du sie berücksichtigen:

#1 Stream of Consciousness-Schreiben

Die Morgenseiten sind keine Dokumentation oder Reflektion. Wer mit dieser Methode schreibt, nutzt das, was man Stream of Consciousness nennt. Damit wird eine unkritische Aufzeichnung benannt. Es wird aufgeschrieben, was gerade in den Sinn kommt. Ohne Zensur. Deshalb ist vieles auch nicht ausformuliert, redundant, sinnfrei, dafür oft mit starken Emotionen aufgeladen. Es sind keine kreativen Ergüsse, womit sich das Morgenseitenschreiben erheblich von anderen Schreibmethoden unterscheidet.

#2 Stift niemals absetzen

Der wohl größte Unterschied zu allen anderen Schreibmethoden ist der, dass man den Stift nicht absetzt, bis man drei Seiten mit Text gefüllt hat. Sobald der Stift das Papier berührt, ist das Absetzen verboten. Das ist die einzige Bedingung, die man erfüllen muss, wenn man in den Genuss der Vorteile der Morgenseiten kommen will.

In meiner Anleitung erkläre ich die genau, wie du es schaffst, den Stift immer in Bewegung zu halten, wenn du Morgenseiten schreibst.

#3 Lösungen kommen beim Schreiben

Der Appetit kommt beim Essen. Genauso ist es beim Schreiben. Wenn du besser, schneller, kreativer schrieben willst, dann gibt es nur einen Weg: schreiben. Nicht lesen. Die meisten Autoren beantworten die Frage, wie man ein guter Autor wird damit, dass man viel lesen müsse. So wird man aber nur ein guter Leser. Wer schreiben in welcher Form auch immer für sich nutzen will, der muss eben schreiben. Lösungen und neue Ideen entstehen nur, wenn man zu Papier und Stift greift.

Wenn du Lust auf ein tägliches Schreibprojekt hast, um im neuen Jahr deinem Leben mal so richtig einen richtigen Energieschub zu verpassen, dann versuch es mit den Morgenseiten.

Viel Spaß beim Schreiben und bis nächsten Sonntag