Morgenseiten/ Bullet Journal

Was ich in zwei Jahren Morgenseiten gelernt habe

Wenn du meinen Blog öfter besuchst, dann ist das nichts Neues für dich: Seit dem 01. Januar 2018 schreibe ich jeden Tag drei Seiten. Mit der Hand. Diese Technik nennt sich Morgenseiten, erfunden hat sie Julia Cameron. Warum ich eine tägliche Schreibroutine, und besonders die Morgenseiten-Technik, empfehle, erfährst du hier.

Was habe ich nicht alles dank der Morgenseiten geschafft: Ich habe mich in meinem Minimalismus-Experiment von mehreren tausend Dingen getrennt, habe herausgefunden, dass ich keinen Zucker vertrage, und hunderte von Artikel verfasst, die hoffentlich im Jahr 2020 das Licht der Welt erblicken werden, ob als Buch oder auf meinen Blogs, da ist noch nicht entschieden. Jedenfalls sind die Morgenseiten der Grund dafür, dass ich so produktiv bin, auch wenn meine Produktivität anders aussieht als die anderer Leute, aber das ist bei uns kreativen Naturen eben so.

Morgenseiten unterschieden sich von anderen Schreibtechniken dadurch, dass während des Schreibens nicht reflektiert oder zensiert wird. Es geht dabei nicht um eine Dokumentation, die Morgenseiten-Technik zählt zu den „stream of consciousness“-Methoden: Einmal aufgesetzt, darf der Stift erst wieder vom Papier genommen werden, wenn mindestens drei Seiten gefüllt sind. Dass dabei selten große Kunst geschaffen wird, versteht sich von selbst. Ich werfe die meisten meiner Morgenseiten ungelesen weg. Auch während des Schreibens lese ich nicht nach. Ich konzentriere mich ausschließlich darauf, den Stift in Bewegung zu halten.

Probier es aus, hier kannst du dir meine Anleitung herunterladen:

Warum Morgenseiten helfen

Morgenseiten helfen immer dann, wenn du stagnierst. Die Stagnation ist häufig der größte Teil eines Problems. Der Grund dafür ist Angst vor Veränderung. Mach die Morgenseiten zu deiner täglichen Gewohnheit, und die Angst verschwindet, und damit auch die Stagnation. Ich fühle mich komisch, wenn ich morgens nicht geschrieben habe, was sich in einem merkwürdigen Körpergefühl ausdrückt. So sehr habe ich die tägliche Schreibgewohnheit verinnerlicht.

Ich schreibe überall. Ich habe meine Morgenseiten auch schon mal aus Zeitgründen in der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit geschrieben. Nicht sehr komfortabel, dafür wirksam. Papier findet sich fast überall. Der Nutzen rechtfertigt die Nutzung physischen Papiers, denn es macht einen großen Unterschied, ob du mit der Hand schreibst oder einfach nur tippst. Das Tippen auf der Tastatur bringt mit sich, dass die Feinmotorik unserer Hände abnimmt und das Gehirn weniger stimuliert wird. Es spricht also alles dafür, ganz altmodisch zu Papier und Stift zu greifen.

Teuer sind die Morgenseiten auch nicht. Zu Beginn hatte ich ein Lieblingspapier, einen schönen Schreibblock mit Punkteraster. Ich erwartete, dass ich mehr Seiten aufbewahren würde, aber ich stellte schnell fest, dass dem so nicht war. Das meiste landete sofort im Papierkorb. Die wenigen Stellen, die tatsächlich wichtig sein könnten, habe ich herausgeschnitten. Teilweise liegen sie immer noch in dem dafür angelegten Ordner, ohne dass ich sie bisher tatsächlich verwendet hätte. Dann das ist eine Konsequenz der täglichen Morgenseiten: Ich habe zu viele Ideen und kann nicht alle umsetzen. Aber das ist ein Luxus-Problem, nur Kreative beschweren sich über zu viel Kreativität. Selten hat man einen Mathematiker sagen hören, er habe noch so viel auszurechnen, komme aber aufgrund von einer Vielzahl offener Rechnungen nicht dazu. Jammern auf höchstem Niveau…

Auch bin ich durch die Morgenseiten mit dem Thema Ikigai in Berührung gekommen, was Ikigai ist, wie es zum Lebensglück beiträgt und wie du dein Ikigai findest, kannst du hier nachlesen.

Bis nächsten Sonntag,