Der Farn ist nicht nur Namenspatron dieses Blogs, er ist auch ein kleines, botanisches Wunder. Seit Anbeginn der Zeit auf der Erde, bevölkern Farne mit Ausnahmen der beiden Pole alle Kontinente und Klimazonen. Auch für den heimischen Garten und Balkon bringen Farne einige Vorteile mit sich, 3 dieser Vorteile habe ich in diesem Artikel für dich zusammengetragen.

Warum Farne die besten Pflanzen sind

Blüten kann ja jeder. Blüten erhaschen die Aufmerksamkeit schnell, aber genau bei dieser oberflächlichen Schönheit bleibt es auch. Sobald sie verblüht sind, sehen die meisten Blütenpflanzen ganz schön alt aus. Nicht so die Farne. Gerade die wintergrünen Arten bieten immer einen schönen, manche sogar geheimnisvollen Anblick. Was natürlich nicht heißt, dass ein vetrockneter Farn etwa toll aussieht. Aber man kann sich ja mit immergrünen, wintergrünen und sommergrünen Arten umgeben.

Farne sind anziehend und erschaudernd zugleich. So ambivalent wurden sie immer empfunden. Der Volksmund kennt Farn auch unter den Bezeichnungen Teufelswisch und Engelssüss. Das bleibt nicht ohne Folgen. Auch der Standort, an dem Farne häufig leben, in kühlen, halbschattigen Waldräumen, trägt nicht unbedingt zur Imageverbesserung bei.

Besonders aber ist es die Spitzohrigkeit der Wedel, diese farneigene Wuchsform, die ans Tierische erinnert und eine ideal Projektionsfläche für Phantasien jeglicher Art liefert. Nicht zu vergessen, dass viele Farne gerne wuchern und dadurch noch mehr Schatten kreieren, wodurch dem Farnen etwas Unheimliches angedeiht, was eigentlich gar nicht da ist.

 

Farne verleihen Superkräfte

Die Furcht vor Farnen geht weit zurück. Früher glaubte man, Farne blühten um Mitternacht. Allerdings verschwänden die Blüten, sobald man sich den Farnen nährt. Also absolut keine Chance, jemals eine Farnblüte zu entdecken. Auch erzählte man sich, dass der Farn nur in der Johannisnacht (24. Juni) blühe und die Samen magische Kräfte besäßen: Glück auf ganzer Linie und sogar unsichtbar soll man sich damit machen können. Und wer wäre nicht gerne mal bei Bedarf unsichtbar? Ich denke, wir können uns darauf einige, dass unsichtbar sein in den meisten Vergleichen die überlegenere Superkraft ist.

Um diese unsichtbar machenden Farnsamen zu erlangen, müsse man an einer Kreuzung in Friedhofsnähe bis Mitternacht warten und dann 7 Hollunderholzstücke (hat man ja immer dabei) um den Farn in den Boden stecken. Alles aber bitte so leise, still und heimlich, dass der Teufel davon nichts mitbekommt. Ach ja, und unbekleidet müsse man das natürlich machen, versteht sich von selbst. Die Kleider breitet man unter dem Farn aus, sodass dieser pünktlich um Mitternacht seinen magischen Samen darauf fallen lassen kann. Fortan steht dem Lebensglück nichts im Wege. Aber sagen wir mal so: Wer sich darauf einlässt, sich mitten im Wald zur Geisterstunde nackig zu machen, der möchte bestimmt auch eine ganze Zeit lang unsichtbar durchs Dorf gehen können, wenn er dabei erwischt wird, wie er da im Wald hockt und versucht, Farnsamen zu sammeln, ohne den Leibhaftigen anzulocken. Der ominöse, unauffindbare, glückbringende Farnsamen hat es sogar bis in die Hexenprozessbücher geschafft. Ein trauriger Triumph.

Was zu solchen Mythen führte, war die Blütenlosigkeit der Farne und die damit für das menschliche Auge schwer erkennbare Vermehrung. Farne bilden Sporenbehältnisse an der Blattunterseite aus (diese kleinen braunen Hubbel), darin befinden sich die Sporen. Diese Sporen entwickelt der Farn ohne vorherige Befruchtung (andersherum ist es bei den Blütenpflanzen). Wenn dann der Zeitpunkt reif ist und der Wind günstig steht, landet ein Spor in einer feuchten Ecke. Dort bildet sich ein Vorkeim aus dem Spor. An der Unterseite des Vorkeims werden weibliche und männliche Geschlechtsorgane ausgebildet. Beide entwickeln ihre Geschlechtszellen. Die männliche Geschlechtszelle schwimmt in dem wässerigen Milieu zu der weiblichen Geschlechtszelle und verschmilzt mit dieser. Aus dieser Verschmelzung entsteht der junge Farn. Faszinierend und komplex, nicht wahr?

Farnvorteil #1: Gartenfarne haben nur wenige Feinde

Freilandfarne sind robuster als unsere Zimmerfarne. Diese muss man ständig betüddeln und mit Wasser besprühen und dann trocknen sie doch ein. Mit Zimmerfarnen habe ich bisher kein Glück gehabt, aber ich liebäugle mit einem Indoor-Gewächshaus… Ganz anders die Gartenfarne. Steht der Farn an einem guten Standort, kann es sein, dass er im ersten Jahr etwa zickt und nicht ganz so gedeiht wie erwünscht. Dafür muss man auch keine Angst haben vor Schädlingen. Meine Brunnenkresse etwa, hat so stark Läuse angezogen, dass ein Vergißmeinnicht, ein Oregano und ein Thymian ihnen zum Opfer fielen. Auch meine selbstgezogenen Pflanzen wie die Sonnenblume hat hier und da mal eine Laus, aber an meine Farne trauen sie sich nicht ran.

Farnvorteil #2: Viele Farne sind wintergrün

Es ist schon blöd, wenn man nur einen kleinen Balkon hat und man schaut darauf im Winter, und nichts ist da außer den Frühlingsblühern, die man fürs nächste Jahr vorgepflanzt hat. Aber außer Töpfen und hier und da mal einem Halm gibt es nichts zu sehen. Auch bei diesem Problem können Farne helfen. Es gibt immergrüne Arten, die über den monotonen Einheitslook im Winter hinwegtrösten.

Farnvorteil #3: Viele Farne sind gute Lückenfüller

Es gibt sie als Winzling, als Filigranfarn, als hartgesottenen Sonnenanbeter (Lippenfarn) oder sogar als Baum. Farne können jeden Standort besiedeln, und tun dies auch, mit Ausnahme der Wüsten und der Antarktis. Aber sogar am Nordpol, wo es einen kurzen, warmen Sommer gibt, wachsen Farne. Auch im kleinsten Garten gibt es ein nicht ganz so sonnige Ecke, die der Farn mit seinen grünen Wedeln auffüllen kann. Die Trichterförmige Form vieler Farne ist dafür ebenfalls sehr günstig.

Viel Spaß mit deiner Balkonbegrünung und bis nächsten Mittwoch,

 

 

 

Farne sind leicht auf dem Balkon im Kübel zu halten

Du hast einen schattigen Balkon auf dem nichts wächst? Daran könnte es liegen.

Hier kannst du dir einen Überblick über die gesamte Bandbreite der Farn-Spezies verschaffen. Vorsicht, nerdig!

Balkonneidisch? Lies hier nach, wie ich meine Balkonziele formuliert habe.