Wer Faun&Farn schon länger liest, der weiß, dass ich gerade mit den Namensgebern dieses Blogs eher weniger Glück hatte. Mehrere Farnsorten sind der Klimasommerhitze im Balkongarten zum Opfer gefallen, allen voran Farnando, ein kühner Japanischer Regenbogenfarn. Dass ich einen schattigen Wedelgarten mein eigen werde nennen können habe ich mir abgeschminkt. Aber man kann ja auch Farne im Zimmer halten – und auch da musste ich zunächst herausfinden, wie ich das in meiner Wohnung umsetzen kann, denn obwohl die Luftfeuchtigkeit bei mir überdurchschnittlich gut ist, blieb das Farnenglück mir nicht hold und ein Farn nach dem anderen segnete das Zeitliche.

Zunächst konnte ich mir nicht erkläre, warum: Ich hatte regelmäßig gegossen, nicht zu viel gedüngt, sogar mit Wasser hatte ich meine Farne besprüht. Dass sie regelrecht vertrockneten, erschien mir unerklärlich, denn der Standort an der Balkontür, der nur morgens Sonne hat, erschien mir auch gerade hell genug, um die empfindlichen Wedel mit genug Licht zu versorgen. Wie kam es nun dazu, dass bisher alle Farne trotz aufwendiger Pflege eingingen? Die Antwort: Zugluft. Ich lebe in einer uralten Altbauwohnung mit sehr hohen Decken, undichten Fenstern und einer Wohnungstür, die recht viel Spielraum im Rahmen aufweist. Keine idealen Bedingungen, um als Farn bei mir zu gedeihen. Lange dachte ich daran, mir ein Terrarium zuzulegen, was aber nicht nur mit hohen Kosten, sondern auch viel Aufwand verbunden gewesen wäre – und nach so vielen Farnpleiten war ich mir meines grünen Daumens auch gar nicht mehr so sicher.

Farne richtig halten: Das Mikroklima ist entscheidend

Was bot sich nun als Lösung an? Mit dieser Frage recherchierte ich munter drauf los und fand das Schlüsselwort: Mikroklima. Ich würde ein Mikroklima erschaffen müssen, in dem die Farne sich heimisch fühlen könnten. Also warm, feucht, sehr konstant. Eben wie in einer Waldsenke. Wie könnte man dies nun erreichen? Auf anderen Blogs fand ich Anleitungen für die Farnhaltung mit Moos, welches sich mir auch gleich bestellte. Ein Fehlkauf, das kann ich gleich sagen. Nun liegen bei mir drei Tüten Moos herum, die ich eigentlich nicht brauche. Aber vielleicht verwurste ich sie mal für ein Kokedama, mal sehen.

Auch einfach nur mehrere Farne zusammenzustellen würde bei meiner zugigen Wohnung absolut nicht ausreichen. So fand ich ziemlich viele Beiträge zum Thema Terrariumhaltung, aber: Diese Ästhetik ist sogar mir zu speziell. Ich habe schon oft davon gelesen, dass man Terrarien für Pflanzen so versiegeln kann, dass sie über mehrere Jahrzehnte halten und man von außen gar nicht mehr eingreifen muss. Aber diese Vorstellung finde ich wenig ansprechend. Auch die Bildbeispiele, die ich dazu fand, haben mich einfach nicht überzeugt. Ich wollte einen leichten, lichten Farnen-Indoor-Garten, kein düsteres Terrarium, das man nur von einer Seite bewundern kann und auch keine skurille Flaschensammlung, wo man gar nicht richtig sehen kann, wie es um die Farne bestellt ist.

Also bin ich auf eine eigene Lösung gekommen: Ein kostengünstiger Flaschengarten, der gleich mehrere Vorteile in sich vereint:

#1 In der Anschaffung ist der Flaschengarten insofern günstig, als dass man je nach Bedarf ein neues Gefäß kaufen kann. Gerade für Zimmergärtner mit kleinem Budget einfach ideal.

#2 Wenn jeder Farn ein eigenes Gefäß erhält, kann man je nach Bedarf das Gefäß säubern. Ein Flaschengarten ist also auch noch hygienischer. Denn aufgrund der ziemlich hohen Luftfeuchtigkeit haben Algen leichtes Spiel. Nicht aber so bei mir! Meine Farne stehen pflegeleicht im Glas, das ich schnell ausspülen kann, sollte sich einmal eine Alge bei mir einnisten.

#3 Meine Version eines Flaschengartens für Farne ist mobil. Ich kann sehen, wenn ein Farn etwas mehr Licht braucht und ihn einfach ans Fenster stellen. Zugluft brauche ich ja nun nicht mehr zu befürchten, denn die Öffnung ist oben zwar nicht verschlossen, aber abgedeckt. Derzeit noch mit einer Plastiktüte, da muss langfristig natürlich etwas Schöneres her. Aber um es zu testen, reicht es allemal.

Unterm Strich ist die Haltung von empfindlichen Zimmerfarnen im Glas also sehr empfehlenswert. Wie man auf den Bildern sieht, hat mein neuer Farn (er heißt übrigens Farnaby) auch innerhalb weniger Tage begonnen, neue Wedel auszubilden und dunkler ist er auch geworden:

Lies dir jetzt durch, was es bei der Haltung von Farnen in Kübeln auf dem Balkon zu beachten gilt.

Bis bald,

Feire mit mir Blog-Geburstag und lies dir hier das erste Interview meiner neuen Rubrik GärtnerInnen-Portraits mit Elke Schwarzer durch.

Erfahre mehr über Farne in diesem Artikel: 5 Fun Facst über Farne

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