Neues Jahr, neues Glück – ich hoffe, du konntest 2018 gut abschließen und fühlst dich bereit, dir selbst einen richtig guten Start ins neue Jahr zu ermöglich. Ich war zwischen den Jahren fleißig und habe ordentlich aufgeräumt und alles abgearbeitet, was zuvor liegen geblieben war. Diese Punkte findest du in diesem Beitrag grob vorsortiert und in 4 große Cluster unterteilt: dein neues Image, dein neues Zuhause, deine neuen Beziehungen und deine neuen Gewohnheiten.

Dein neues Image 2019 und was du loswerden solltest

#1 Der Fehlkauf, der dir nicht steht

Die Modeindustrie ist darauf ausgerichtet, dich zu Affektkäufen zu bewegen. Du stehst in der Boutique und die Verkäuferin scharwenzelt um dich herum. Das Teil hast du schon lange im Auge gehabt und dann hast du es endlich in deiner Größe und Farbe gefunden. Jeder trägt es gerade. Nur steht dir das Teil leider gar nicht. Ich hatte letztes Jahr einige unschöne Anproben aufgrund merkwürdig geschnittener Ärmel und zu kurzer Hosenbeine. Einfach nicht mein Ding. Mir stehen ausschließlich klassische Schnitte. Diese ganzen neuen Sachen lassen mich lächerlich aussehen. Leider. Also weg damit.

#2 Notfall-Kleidungsstücke

„Soll ich die Teile aufbewahren, die ich tragen konnte, als ich noch dicker war?“ Eine Freundin überlegt, was sie mit diesen Kleidungsstücken anfangen soll, denn immerhin hat das alles Geld gekostet und die Sachen sind ja noch tragbar. Und wer weiß, wie lange sie ihr neues Gewicht überhaupt halten kann. Allein dieses letzte Argument ist Grund genug, sich davon zu trennen. Ich halte Kleidung für einen enorm wichtigen Datenträger. So, wie wir uns fühlen, so kleiden wir uns und projizieren damit ein Image nach außen. Ist das Image gut, unterstützt uns unsere Kleidung. Aber nicht nur die aktiv getragene Kleidung speichert Gefühle. Die Teile, die da in der hintersten Ecke deines Scharnks liegen und sich daran erinnern, dass du jederzeit wieder zunehmen könntest, sind keine besonders große Hilfe für dich. Selbst wenn du alles wieder zunimmst, hat sich die Mode bis dahin weiterentwickelt und du trägst dann veraltete Styles, was dich nur noch trauriger macht. Auch wenn die Konsumentenschuldgefühle unerträglich scheinen, trenne dich von deinen alten Kleidern, in die du nicht mehr reinpasst.

Deine neuen Gewohnheiten 2019 und welche du loswerden solltest

#3 Zucker

Wer meinen Blog regelmäßig besucht, der weiß, das meine große Aufräumaktion in einem vollständigen Lebenswandel mündete, bei dem ich meiner Gesundheit den größten Gefallen getan habe, den ich mir vorstellen kann: Ich habe meinen Zuckerkonsum drastisch reduziert. Es gibt nur noch wenige Lebensmittel mit Zucker, die ich verzehre und ich zähle meinen täglichen Zuckerkonsum. Dabei bleibe ich immer unter eine bestimmten Grenze. Das hat dazu geführt, dass meine angeschlagene Gesundheit sich so stark verändert hat, wie ich es mir nicht hätte vorstellen können. Ich kann es nur empfehlen, sich mit Zucker einmal auseinander zu setzen. Wenn du etwas Anregung brauchst, dann habe ich hier mein Zuckerfrei-Quiz für dich:

#4 Fertiggerichte und Essensbestellungen

Ich habe mal in einem Unternehmen gearbeitet, in dem es als unglaublich schick galt, sich Essen kommen zu lassen. Einmal hat mein Vorgesetzter sich für 10 Euro eine Currywurst nach Hause liefern lassen. Da war er auch noch irgendwie stolz drauf. Ist das nicht vollkommen bescheuert? Oder war das eine vergoldetet Gourmet-Currywurst aus Kobe-Rind? Ich muss immer wieder lachen, wenn ich daran denke. Wenn du es schon nicht sein lassen kannst, dann bestell dir entweder etwas Richtige, wie eine Riesenportion Gemüse oder Salat, oder teil dir eine dekadente Pizza mit einem Freund. Aber bitte keine armselige einzelne Currywurst für 10 Euro. Das ist einfach lächerlich. Wenn du Rezepte brauchst, dann habe ich hier ein paar köstliche und schnelle Ideen für dich.

Rezepte gegen Lunchtime loneliness

Blumenkohl-Pizza

Möhren-Fries mit Miso-Dipp

Reismilch-Milchreis mit Glühweinkirschen

#5 Freudlose Pflichtkäufe

Freudlose Pflichtkäufe sind die Einkäufe, die du mit den besten Vorsätzen in den Einkaufswagen legst und die dann ganz hinten in deinem Kühlschrank heimlich, still und leise vor sich hinschimmeln. Bei mir ist das häufig eine Packung Stangensellerie. Ich werde es mir einfach abgewöhnen müssen, ihn immer wieder in den Einkaufskorb zu legen. Dass ich meine Essgewohnheiten noch nicht so im Griff habe, wie ich mir das wünsche, schmerzt zwar, aber wie ein weiser Gnom einst sagte: „Noch viel lernen du musst.“ Das gilt dann wohl auch in diesem Fall. Es ist einfach zu schade um den Sellerie.

#6 Stressige Angewohnheiten

Ich habe die blöde Angewohnheit, mir immer zu viel aufzuhalsen. Neuer Job, 2 Ehrenämter, Buch schreiben, meine Foto-Skills verbessern, einen Podcast machen… An Vorhaben fehlt es mir nie. Aber an Zeit und Energie. Deshalb muss auch ich mich immer wieder ermahnen und fleißig meine Ziele kuratieren. Wenn du das noch nicht probiert hast, dann versuch es gleich mal. Und wenn du deine stressige Angewohnheit kennst, wirf sie über Bord. Du bist auch ohne Wonderwoman zu sein ein guter Mensch.

#7 Zu viel Geld vor Feiertagen ausgeben

Während des Studiums habe ich viel im Verkauf gejobbt. Egal in welchem Geschäft ich gearbeitet habe, ein Muster fiel mir immer auf: Sobald ein Feiertag ansteht, rasten die Leute aus und kaufen ein, als ob sie bunkern müssten. Du kannst dich ja mal fragen, ob das wirklich notwendig ist. Ich kaufe für Feiertage nicht sehr viel anders ein als sonst auch.

#8 Beziehungen, die dir nicht gut tun

Zu guter Letzt aus dem Angewohnheitssektor: Beziehungen. Ganz gleich ob privat oder geschäftlich, was ungesund ist, wird ungesund bleiben und sollte damit keinen Platz in deinem Leben haben. Fällt schwer, aber wenn eine schlechte Beziehung zur Gewohnheit geworden ist, wird es davon auch nicht besser. Im Gegenteil. Wenn du weiterhin solche Beziehungen unterhältst, könnte es sein, dass sich auf andere Lebensbereiche negativ auswirkt. Also: Kapp die Verbindung. Es ist manchmal das beste, was du für den anderen tun kannst. Schaffe im neuen Jahr neuen Platz für neue Menschen.

Dein neues Zuhause 2019 und was du loswerden solltest

#9 Ungelesene Bücher

Ein Buch fällt ebenfalls unter die Kategorie der Affektkäufe. Ist ja auch schnell mal im Vorbeigehen durchgeblättert, für interessant befunden und gekauft. Dann liegt das gute Stück auf deinem Nachttisch und es bildet sich eine feine Staubschicht darauf. Wenn dir das auffällt, wandert es ins Regal zu den anderen ungelesenen literarischen Werken. Wenn das Regal voll ist, kommt schnell der Gedanke auf: Ich brauche ein größeres Regal. Denk mal genau nach – wie viel kannst du wirklich lesen und wie oft wirst du das, was du bereits gelesen hast, wieder lesen? Meistens nicht so oft, wen du ehrlich zu dir bist. Fachliteratur ist davon natürlich ausgenommen. Aber jedes Jahr schwemmen so viele neue gute Bücher den Markt, dass es viel zu schade wäre, wenn du sie verpassen würdest. Auch wenn du deine Lieblinge ins Herz geschlossen hast, aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es nicht lohnt, so viele Bücher aufzubewahren. Laut einer Untersuchung der Uni Köln leben junge Erwerbstätige auf 30 % weniger Wohnraum als über 60-jährige. Allein dieser umstand sollte dazu beitragen, deine Büchersammlung zu verkleinern.

#10 Staubfänger und Dekoration

Vertikale Flächen haben die dumme Angewohnheit, immer als Sammelstelle für alle möglichen Dinge zu dienen. Wenn du ein wirklich entspannendes Zuhause, das für dich arbeitet, haben willst, dann müssen die vertikalen Flächen frei bleiben. Auch Dekoration ist wenig hilfreich. Mal ganz abgesehen davon, dass ich nur schwer verstehen kann, wie industriell gefertigte Dinge meine Persönlichkeit widerspiegeln sollen. Besonders im Schlafzimmer sollte es möglichst dekofrei zugehen, wenn du gut schlafen willst.

#11 Diese eine Sache, die du seit Monaten vor dir herschiebst

Bei mir ist es das Badezimmer. Ich will es streichen, seitdem ich das große Aufräumen beendet habe. Nur ist mein Bad so schlecht geschnitten, dass es ein richtiges Projekt wird und keine Aktion, die man an einem Samstag Nachmittag entspannt abarbeitet. Ein ziemlich ätzender Job, dem ich mich dann an Weihnachten gewidmet habe. Endlich, ein großer, dicker Haken hinter dieser nervigen Aufgabe. Ich bin mir sicher, es gibt da diese eine Sache in deinem Heim, die unerledigt ist und die sich lohnt, ganz bewusst abgearbeitet zu werden.

#12 Digital Detox in der Light-Version

Welche Abos nutzt du gar nicht mehr? Welchen Newsletter schiebst du sofort nach Erhalt in den Papierkorb? Mach Schluss mit dem digitalen Gerümpel und lösche alle Abos, die du nicht wirklich nutzt. Es ist ein bisschen wie mit ungelesenen Büchern: Eine unnötige Verpflichtung, die ein bisschen von deiner Kapazität einnimmt, die dir so dann nicht mehr zur Verfügung steht. Tu dir selbst einen großen Gefallen: Unsubsribe, und zwar sofort!

 

Viel Spaß beim Loswerden und bis nächsten Mittwoch,

 

 

 

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