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Pflanze des Monats Januar: Eselsdistel (griech. Onopordon)

17. Januar 2018
Eselsdistel

Neues Jahr, neue Ideen und damit herzlich willkommen zu meiner neuen Serie „Pflanze des Monats“. Jeden Monat werde ich an dieser Stelle eine Pflanze vorstellen, die es mir angetan hat. Diesen Monat ist es keine geringere als eine der Vertreterin der Korbblütler: die Eselsdistel.

Disteln kennen wir wohl alle. Sie erscheinen als nichts Besonderes, zufällig wild wachsend am Rande von Parkbepflanzungen. Der Wind oder ein Tier hat sie dahin gesetzt. Meist stören sie das Bild nicht. Aber manchmal werden sie zum Blickfang einer Bepflanzung, auch wenn das so vielleicht gar nicht geplant war. So war das zumindest letzten Sommer und leider hatte ich meine Kamera nicht dabei. Deshalb kann ich nur unbebildert erzählen, wie ich einer in voller Blüte stehende Eselsdistel begegnet bin. Die Fotos stammen allerdings von eben genau dieser Pflanze.

Eselsdistel

Ich spazierte durch Kreuzberg Richtung Landwehrkanal durch den Gräfe-Kiez. An der Ecke vor dem großen neuen Getränkeladen stand eine über einen Meter hohe Eselsdistel und zog nicht nur meine Aufmerksamkeit, sondern auch die der Bienen auf sich. In solchen Momenten bin ich auf einmal wieder 5 Jahre alt und vergesse meine Contenance. Das kann man mir aber auch nicht vorhalten: eine über einen Meter hohe Eselsdistel, mitten in der Stadt. Aus meiner Sicht rechtfertigt das Begeisterungsstürme. Fast wäre ich beim Überqueren der Kreuzung vor ein Auto gelaufen.

Futterquelle, Heilpflanze und Textillieferant

Aber warum sind Disteln im Allgemeinen und Disteln im Speziellen so großartige Pflanzen? Da wäre zum einen die Distel als bereits erwähnte Futterquelle für Bienen. Außerdem sind Disteln meist sehr schön gefärbt. Die Eselsdistel etwa ist silber-grün mit mauvefarbiger Blüte.

Die Pflanze kann bis zu 3 m Höhe erreichen. Die Blütenstandsböden sehen einer Artischoke nicht nur sehr ähnlich, angeblich kann man sie auch so zubereiten. Medizinisch wird die Eselsdistel für Herz-Kreislauf-Medikamente eingesetzt und Öl kann man aus den Samen auch noch gewinnen. Aus den Pappushaaren (Samenwolle) wurde früher das Disteltuch gesponnen, wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass das besonders ertragreich gewesen ist.

Eselsdistel

Wie man sieht, ist die Distel, an der man so gerne vorbei geht ohne sie weiter zu beachten, doch ganz schön vielseitig. Außer der Eselsdistel begeistere ich mich noch für die Stranddistel, weil es sie in Grün, Weis und Indigo gibt, und ihr Wuchs fast architektonisch anmutet. Aber das ist ein anderer Artikel.

Bis nächsten Mittwoch,

 

 

 

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  1. Eine sehr edle Dekoration ist das auf jeden Fall, liebe Carla! Genau mein Geschmack, sie einfach in diesem recht schlichten Glas wirken zu lassen. Nun ja und ihre Kräfte hat sie auch bewiesen, ließ sie doch bereits D e i n Herz höher schlagen 😉…
    Ich habe gerade im Kleingarten dunkle Blutpflaumenzweige abgeschnitten: Nun gehen drinnen die rosa Blüten auf – herrlich!
    Grüssis
    Corinna

  2. Hi Carla,
    Esel und Distel ist einfach auch eine tolle Kombi 😀 Ich finde Disteln auch sehr faszinierend und sie werden unterschätzt. Als im letzten Sommer die wilde Karde im Garten wuchs, war ich auch sofort hinundweg. Sie ist zwar keine Distel, sieht aber so aus. Tolle Serie. Bin schon auf weitere Teile gespannt 😉🤗

    LG Basti

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