Lifestyle

Blind-Date Edition #4 „Peaches“

10. März 2018

Was kommt dabei heraus, wenn sich 14 GartenbloggerInnen zu einem festlegten Song Gedanken machen und die entstandenen Beiträge zeitgleich ins Internet stellen? Unter dem Motto „Peaches“ hat jede/r von uns einen Beitrag zu dem gleichnamigen Song von den The Presidents of the United States of America geschrieben.

Wir wissen nicht was die Anderen geschrieben haben, es gab keine inhaltliche Abstimmung und wir sind sehr gespannt auf das Ergebnis!

Mit dabei sind:

Gartenbaukunst, Hauptstadtgarten, Beetkultur, Der kleine Horrorgarten, Karo-Tina Aldente, Cardamonchai, Milli Bloom, Rienmakäfer, Garteneuphorie, Grüne Liebe, Garteninspektor, Faun und Farn, Mrs. Greenhouse und Buddenbohm & Söhne.

Viel Spaß beim Lesen!

Mein Beitrag zum Blogger Blind-Date #4

Wenn Gartenblog-Kollege Björn von Gartenbaukunst zum Blind Date bittet, gibt es nur eine Antwort: Ja, ja, ja und nochmals: ja. Vor allem, wenn es dabei um einen Song aus meiner weit zurück liegenden Teenager-Zeit geht. Habt ihr Lust auf einen kleinen Time Warp in die 1990er Jahre? Ich habe die Kopfhörer meines Walkmans aufgesetzt, „Peaches“ aufgedreht und mich von zutiefster Nostalgie inspirieren lassen:

Sie ist 16, ich bin 15. Wir interessieren uns für Ponies, Alkohol und wie man sich mit Kreppappier die Haare grün färbt. Es ist 1996 und es gibt noch kein Internet. Es gibt ja noch nicht mal Mobiltelefone für Zivilpersonen. Dafür „interaktives“ Jugendfernsehen, in dem Anrufer live geschaltet werden, um einem Personenkult um die VIVA-VJs zu frönen. Es gibt Girlies und die Kelly Family, Piercings und Tätowierungen knapp über dem Steiß. Pullover und Hosen trug man unter Kleidern. Mariah Carey war noch dünn und Leonardo DiCaprio noch jung.

Die abendliche Sommersonne taucht alles in goldenes Licht. Wir sitzen auf einer Wiese in unseren Cordhosen aus dem 2nd-Hand-Laden, in die wir am Saum einen bunten Stoffkeil eingenäht haben und rauchen Mentholzigaretten in T-Shirts aus den verblichenen 70ern. Wir summen den Refrain „Millions of Peaches, peaches for me…“ Wir sind ganz normale Teenager mit Akne und rotziger Attitüde, deren Füße in DocMartens stecken. Und wir verstehen den Text nicht. Das wissen wir zu dem Zeitpunkt, an dem The Presidents of the United States of America ihren Song „Peaches“ irgendwo in die Top 30 katapultieren, nur nicht. Allerdings sollte man danach auch nicht wieder viel von ihnen hören, zumindest nicht auf dieser Seite des Atlantiks.

Das Lied hat alles, was ein guter Song braucht: einen treibenden Rhythmus, einen höchst unanständigen Text und einen Wechsel, damit einem nicht langweilig wird. Obwohl der Text angeblich als Liebeslied konzipiert war, kann man mit ein bißchen Wissen über englische Slang-Wörter darin eine zweite Ebene entdecken und darin geht es nicht um das Verputzen reifer, süßer Sommerfrüchte.

Die Musik der 90er war vor allem eins: laut

Beastie Boys, Red Hot Chillie Peppers, Nirvana oder eben The Presidents of the United States of America – wenn ich mich akustisch zurück erinnere, dann war die Musik der 90er geprägt von Grunge oder Crossover, eben lauten Musikrichtungen. Und sie war teilweise noch handgemacht (nehmt das, Selena, Britney und Taylor!). Nicht, dass es nicht schon vorher geplante Erfolge geben hätte, aber der Musikbranche stand noch ein Riesenumbruch durch die Digitalisierung bevor. Ist uns zu diesem Zeitpunkt aber schnuppe. Web 2.0, Smartphones, Apps, Google, die Entzauberung der Welt hatte noch nicht statt gefunden. Wir träumten weiter von Ponies, Alkohol und grünen Haaren und dazu summten wir: „Moving to the country, gonna eat a lot of peaches“ und kicherten dem Sonnenuntergang entgegen.

Vielen lieben Dank nochmals an Björn, dass er das Blogger-Blind-Date organisiert hat! Ich hatte einen Heidenspaß dabei.

Bis nächsten Mittwoch,

 

 

 

Bildcredit: Sandra Geeck vom Blog GrüneLiebe

Lies hier nach, was meine Pflanze des Monats März ist.

  1. Hi Carla,
    das kommt mir alles extrem bekannt vor was Du da beschreibst 🙂
    Ich musste eben an meine damilige Liebslingsband denken (The Cure). Mein damals bester Freund (der ebenfalls Cure-Fan war) und ich haben uns am Wochenende immer nachts besucht und irgendwelchen Schwachsinn gemacht. Damit wir überhaupt in die Wohnung des anderen kamen mussten wir uns ja irgendwie Gehör verschaffen. Klingeln war Nachts ja nicht so beliebt bei den Eltern. Wir haben dann immer kleine Kieselsteine an das Fenster geworfen … Handys gab es ja noch nicht!
    Liebe Grüße und danke das Du beim Blind-Date dabei warst
    Björn

  2. Die Presidents haben auch gar nicht unfassbar viel veröffentlicht, aber mit dem Album, auf dem peaches ist, den Soundtrack auch meiner Jugend geprägt. Ich habe es nach vielen Jahren in einem Plattenladen in Düsseldorf wiederentdeckt und mich beim ersten Mal hören danach wie Bolle gefreut. Ich konnte alles noch mitsingen. Schönen Sonntag!

    1. Hey liebe Sandra, schade , dass die Presidents hierzulande nicht mehr Erfolg hatten. Aber das war auch so ein 90er Phänomen, die One-Hit-Wonder. LG, Carla

  3. Beim Lesen Deines Artikel wünsche ich mir gerade ein Bisschen die 90er zurück. Eigentlich waren sie ja doch ganz gut und auf jeden Fall eine sehr spannende Zeit. Es freut mich auch, dass ich Deinen Blog durch das Date entdeckt habe, sicher lese ich jetzt häufiger mal hier vorbei. Bis bald also!
    Schöne Grüße aus Altona
    Anne

    1. Liebe Anne, ich freue mich, wenn Du wieder mal vorbeischaust und setzte Deinen Blog auch gleich auf meine Leseliste. Liebe Grüße, Carla

  4. Liebe Carla,
    ich dachte, ich wäre nach dem vergangenen Samstag wieder in der Gegenwart gelandet. Jetzt hast du mich wieder in die 90iger entführt, in die Zeit mit den unsäglichen DocMartens, der Kelly Family und den Mentholzigaretten, die ich schon völlig vergessen habe. Was für eine Zeit:)
    Liebe Grüße
    Dani

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