Mein Balkongarten-Projekt Traumgarten

Mit diesem Trick zum grünen Balkon, ohne Ahnung und ohne Geld

Das Glück liegt auf der Straße, heißt ein altes Sprichwort. Das Gartenglück übrigens auch. Wenn man drauf trifft, muss man auch offenen Auges darauf zugehen. Wie ich im Falle meiner violetten Fetthenne. Wie man mit wenig bis gar keinem Budget die Pflanzen seiner Träume bekommt, darum geht es in diesem Beitrag.

„Ich hätte ja soo gerne eine kleine Fetthenne auf meinem Balkon. Am besten in Violett“, höre ich mich noch im vergangenen Sommer zu einer Freundin sagen, als wir gepflegt auf meinen 2 Quadratmetern zwischen japanischem Blutgras und Sonnenblumen bei Kaffee und Bartwurst chillen. Mein Wunsch schien dem Zufall Befehl zu sein, denn ein paar Wochen später, als ich auf dem Weg zum Supermarkt war, wäre ich fast drauf getreten.

Fetthenne vor meinen Füßen

Auf dem Gehweg lag ein Fetthennen-Setzling. Und zwar in Violett. Muss entweder von einer der dreisten Stadtkrähen abgezupft oder schlicht abgebrochen sein. Da Fetthennen ja wie Sukkulenten viel Wasser speichern, ist ein abgebrochener Zweig kein Problem: Ab in die Anzuchterde damit und dann kräftig die grünen Daumen drücken. Wenn Flora, die Göttin der Pflanzen, gut gestimmt ist, wächst ein Ableger draus.

Zunächst passierte aber nichts. Allerdings vertrocknete der Steckling auch nicht. Also behielt ich ihn im Auge, immer in der Frucht, dass meine kessen Balkonspatzen sie heimlich herausziehen würden. So wie sie das schon mit dem Großteil meiner Sonnenblumen getan hatten. Frechheit, aber so sind sie nun mal, die Großstadtvögel. Dafür kann ich ja dank meiner regelmäßigen Zufütterung neben Spatzen auch Kohlemeisen und sogar Blaumeisen auf meinem Balkon begrüßen.

Zurück zu Fetthenne: Der kleine Setzling bleib also ziemlich regungslos über Wochen in seinem Substrat und nichts geschah. Und auf einmal gab es neue Austriebe. Gärtnerkollegen werden verstehen, dass das innerlich ein Grund zum Anstoßen ist. Nichts macht so glücklich, wie ein gelungenes Anzuchtexperiment.

Swap your seeds!

Nun fällt einem nicht immer der Wunschableger vor die Füße. Aber sogar dann kannst du für sehr wenig Geld zu Pflanzen kommen, die es im Gartencenter nicht gibt. Dafür gibt es eine Aktion, die unter Gärtnern und Gartenbloggern als „Saatguttausch“ oder „seed swap“ bekannt ist. Dabei tauschen man Saatgut aus. und zwar solches, dass „samenfest“ ist. Samenfest bedeutet, dass die Pflanze über Generationen auf bestimmte Eigenschaften hin gezüchtet wurde und deshalb die Nachkommen verlässlich diese Eigenschaften aufweisen werden. Das Gegenteil von samenfest ist die Hybridzüchtung, die sehr unterschiedliche Nachkommen produzieren kann.

Im November habe ich an so einem Saatguttausch teilgenommen und eigentlich so gar nichts erwartet. Ich selbst habe ja auch nur, was mein Balkon hergibt, deshalb war ich davon ausgegangen, dass Schnittlauch, Dill & Co. nicht sonderlich attraktiv wirken würden auf potenzielle Tauschpartner. Aber weit gefehlt! Ich bekam eine großartige Mischung aus Tomaten, Wassermelone, Basilikum und Mais. Da muss ich mich natürlich jetzt richtig ranhalten und meine Anzucht planen.

Hier noch ein paar Tipps, wenn mit Budget gärtnerst:

Traumbalkon für umme – nur wie?

  1. Wenn du nur wenig Geld zur Verfügung hast, dann frag bei netten Nachbarn nach Setzlingen. Die kosten dich gar nichts. Und Gärtner sind in der Regel sehr nette und hilfsbereite Menschen. Auch gibt es Pflanzentauschbörsen, dort bieten Privatleute Selbstgezogenes an, was sie selbst nicht brauchen und nicht jeder, der da mitmacht, verfolgt eine Gewinnabsicht. Es gibt auch altruistisch veranlagte Pflanzentauscher.
  2. Greife zu Gräsern, denn nicht nur, dass sie ein toller Sichtschutz in der Stadt sind, die meisten machen auch im Herbst und Winter optisch was her. Im Gegensatz zu Stauden, die nach der Blüte oft nicht sonderlich ansehnlich sind. Außer solche, die man stehen lassen kann, die etwa die Stauden des Jahren 2019, die Edeldisteln, oder auch der Sonnenhut oder die Schafgarbe. Letztere gibt es übrigens in 3 Größen, so dass du für jeden Garten oder Balkon die richtige Größe findest.
  3. Auch kleine Büsche kannst du dir kostengünstig auf den Balkon stellen. Nicht jeder Busch wird baumgroß, viele erreichen eine übersichtliche Höhe im Kübel und sind deshalb ebenso geeignet für Balkone und ideale Lückenfüller-

Mehr über Geldsparen beim Gärtnern findest du in meinen Beiträgen über den Low-Budget-makeover-Garten für nur 25 Euro.

Dort sind wir etwa für Null Euro zu einem wertvollen Olivenbaum gekommen.

Viel Erfolg beim Finden von Setzlingen und bis nächsten Mittwoch,

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